Was ist trauriger als das Bewußtwerden der Vergänglichkeit?

Brigitte Giraud offenbart uns Lesern in dieser wahren Geschichte einen sehr intimen Einblick in die Trauerarbeit um den Verlust eines geliebten Menschen.

Das Buch beginnt mit dem Einschnitt. Die Erzählerin berichtet von dem Tod ihres Mannes Claude der gerade gestorben ist. Sie erzählt nüchtern vom Unfallhergang, von der Unwirklichkeit dieser Geschehnisse, von Irritation und ihrer inneren Taubheit und von kleinen wichtigen Nichtigkeiten, die die Erzählerin aufrecht erhalten, wie ein Pulli, oder die Plattensammlung des Geliebten.
Und beim Lesen spürt man das so genau die Gefühle in diesem Moment eben sind. Die Geschichte ist keine Fiktion, dieses Grauen dringt als Erkenntnis in den Leser, der die Emotionen mit durchlebt, dem ebenso wenig entkommt wie die Protagonistin selbst.

Brigitte Giraud schreibt nüchtern und sachlich, was einen umso mehr anzurühren vermag, als ewig lange Jammertiraden. Lange warten wir mit der Erzählerin auf den durchbruch des Schmerzes und der Trauer, sie lange verdeckt sind durch Organisation von Beerdigung und Empfang von Freunden.

Zum Schluß ist man aufgewühlt und unangenehm berührt von Schmerz und Trauer und der Erkenntnis, dass alles im Fluß ist und vergänglich. Diese verdrängten Tatsachen berühren uns durch Girauds Worte und mahnen uns das eine Leben zu genießen. Keine leichte Lektüre für Zwischendurch, aber einprägsam.

Meine Bewertung:

ISBN: 3596156300
Übersetzt von Anne L. Braun
Fischer Taschenbuch Vlg.
Juni 2003
kartoniert
111 Seiten 

Und weiter geht es mit Salomes Büchern! Im Urlaub habe ich allerhand gelesen, was ich Euch, meinen lieben Lesern, nicht vorenthalten möchte. Die Rezensionen folgen in Kürze!

Wünsche uns allen einen schönen Sommer weiterhin (oder wieder?)

Eure Salome

Erstmal zu Ende gähnen….

… muss ich eben gerade noch, bevor ich mich an die Rezension dieser ermüdenden Autobiographie wage.

Erstmal zum Inhalt:

In „Das erste Mal und immer wieder“ erzählt Lisa Moos intim, offen und detailliert von ihren Erfahrungen als Prostituierte: von Leidenschaft, Hemmungslosigkeit, sexuellen Obsessionen und Schattenseiten des Gewerbes – und warum sie die Hoffnung auf die große Liebe niemals aufgegeben hat.“Es ist ein medialer Tabubruch: Die ehemalige Prostituierte Lisa Moos spricht offen und detailliert über die Welt der käuflichen Liebe. Es ist ein schonungsloser Bericht über Gewalt, Liebe, Sex und eine Bestandsaufnahme der Situation der Huren in Deutschland.

Es freut mich sehr für Lisa Moos, dass sie sich ihre Sorgen, Ängste und Traumata ihrer Vergangenheit von der Seele schreiben durfte und damit auch noch Kohle verdient hat. Allerdings war es zum Lesen der reinste Horror an Langeweile. Die Geschichte von Frau Moos hat mir nichts enthüllt und mir keine imaginären Schleier der Verblendung von den Augen gerissen, sie war eben einfach eine Lebensgeschichte mit Höhen und Tiefen und einer nervigen Erzählerin (sie war mir einfach unsympathisch). Beim Lesen hab ich mich gefühlt wie bei Oma Erna bei Kaffee und Kuchen, die mir Geschichte aus dem zweiten Weltkrieg zum Besten gibt. Ja, ganz nett, aber man ist eben doch dann auch froh, wenn man wieder zuhause ist und seine Ruhe hat.

Gestört haben mich auch ein paar Dinge, die mir sehr unrealistisch, oder ersponnen erschienen. Besonders Lisa Moos SM – Anwandlungen und ihr Umgang mit den Kindern -scheußlich!!!

Nun ja, insgesamt ein Buch, das man nicht unbedingt gelesen haben muss.

Meine Bewertung:

ISBN: 3442154227
Goldmann Wilhelm
Januar 2007 
kartoniert 
272 Seiten
Autobiografische Schilderung einer Prostituierten.
Originaltitel: Das erste Mal und immer wieder. 

Geht`s noch heisser?


Schwer vorzustellen!

Inhalt laut Klappe:

Der Journalistin Anna ist nichts mehr zuwider als reiche Jet-Set-Machos, die mit dem goldenen Löffel im Mund geboren werden und vom ererbten Geld auf der Suche nach Sex und Partys um die Welt jetten. Regelmäßig lässt sie sich in ihrer Kolumne über diesen Männertypus aus. Ihr bevorzugtes Läster-Opfer heißt Aaron Vanderberg, Erbe einer Juwelier-Dynastie. Aaron ist berüchtigt für seine Verführungskünste, seine sexuelle Anziehungskraft und seine ausschweifenden Partys.
Aaron, dem Annas Kolumne schon lange ein Dorn im Auge ist, lockt Anna auf sein luxuriöses Anwesen, wo er sie Unterwerfung lehrt und in die Abgründe sexueller Lust führt …

Erotik definiert sicher jeder Mensch anders, keine Frage. Martinis Feuermohn hat zumindest meine persönlichen Fantasien und Sehnsüchte zu 100 % angesprochen. Ich war hin und weg von den schönen Szenarien, den mitreißenden Charakteren und nicht zu letzt von den von Martini wundervoll gezeichneten zauberhaften Kulissen des Romans. Jedes Detail ist bedacht und mit Liebe dargestellt.

Die Atmosphäre des Romans ist traumhaft und sicherlich nicht besonders realitätsnah, aber: Scheiß drauf! Es prickelt beim Lesen unentwegt und überall und dieses schöne Gefühl lässt einen das schnell vergessen und in den Sphären des Romans schweben. Nur eins ist an dem Buch wirklich schrecklich: Es ist irgendwann zu Ende!!!

Meine Bewertung:

ISBN: 3938281375
Plaisir d'Amour Verlag
Juni 2008 
gebunden 
184 Seiten

08/15…

…ist das, was mir zu diesem Roman spontan einfällt. Es ist gerade mal 1 Woche her, dass ich die Wikingerglut beendet habe und es fällt mir schon schwer mich an den Roman zu erinnern (was eindeutig nicht an meinem schlechten Gedächtnis liegt😉 ). Also lese ich mal wieder den Klappentext, um mir das Schreibwerk in Erinnerung zu rufen.

Die Irin Maline und ihr zukünftiger Gatte werden auf einer Schiffsreise von Wikingern angegriffen. Der Wikinger Galdur, der allen Iren Rache geschworen hat, verschleppt Maline als seine Gefangene und Sklavin. Maline ist jedoch nicht gewillt, sich dem Barbaren hinzugeben. Ein leidenschaftlicher Kampf entbrennt …

Joa, okay… Ich erinnere mich dunkel. Maline ist eine Irin; der Wikinger Galdur hasst Iren, weil sie seine Mutter einst geschändet haben und damit seine Familie zerstört haben. Der junge Galdur schwört Rache, will alle Iren vernichten. Auf einem irischen Schiff, dass von Galdur gekapert wird befindet sich nun eben die schöne, eigenwillige und widerspenstige Irin Maline. Der Wikinger nimmt sie als Sklavin, was die Dame naturgemäss wenig begeistert. Sie widersetzt sich permanent dem Willen ihres Herren und erregt damit seinen Unmut ebenso wie sein Gemächt. Es folgen einige Intrigen und nette Sexszenen. Teils geht es auch etwas härter zur Sache. Als SM – Roman kann man das Buch allerdings kaum bezeichnen. Eher würde ich das Buch als stinknormale Wikinger-Schmonzette mit etwas mehr Freizügigkeit als gewöhnlich beschreiben. Samara Fraser kann auch handwerklich nichts aus der schwachen Geschichte rausholen.

Ein eher schwaches bis mittelmäßiges Buch von dem, von mir geschätzten, Plaisir d’Amour Verlag.

Meine Bewertung:

ISBN: 3938281332
Plaisir d'Amour Verlag
Dezember  2007 
gebunden 
200 Seiten

Das Erstlingswerk von Daria Charon kann nicht recht überzeugen


Zumindest nicht nach der Lektüre ihres zweiten sehr gelungenem Roman „Die Nichte der Marquise“. Der Debütroman gleicht dann doch noch arg einem gewöhnlichen Nackenbeisser.

Zunächst einmal zum Inhalt:

Siebenbürgen, Ende des 17. Jahrhunderts: Ein Pakt verpflichtet das Städtchen Allershausen, den Herren der Wolfensburg alle 25 Jahre eine junge Frau zu übergeben. Doch dieses Mal verlangen die Wolfsmänner drei Frauen. Die Ratsherren schicken ihnen drei Dirnen. Als der Betrug auffliegt, fordern die Wolfsmänner wutentbrannt ihr Recht. Um ihre jüngere Schwester Samara zu schützen, geht Viola Brugger mit ihnen. Auf der Wolfensburg angekommen, wird sie in einen Strudel aus Hass, Leidenschaft und Begierde gerissen, in dessen Mittelpunkt der geheimnisvolle Mann mit der Maske steht, Kyrian Lupanescu, der Weiße Wolf …

Das klingt alles geiler als es eigentlich ist, die Idee ist zwar gut, aber die Handlung plätschert so leicht vor sich hin. Keine Highlights im Spannungsaufbau halten einen bei der Stange, keine erotischen Feuer, nichts. Eher im Gegenteil: langweilige, fade Protagonisten und vorhersehbarer Verlauf. Der Roman holpert auch, weil er einfach zu kurz ist, die Handlung hätte zum Spannungsaufbau 200-300 Seiten mehr gebraucht. So wird alles im Eilverfahren abgebügelt. Man lernt Protagonistin Viola nicht richtig kennen, ebensowenig wird Kyrian vorgestellt. Die ausbaufähige Geschichte mit der Hure Marie kommt gar nicht zum Zuge.

Fazit:

Trotz aller Mängel in dem Roman, gehe ich allerdings weiter von einer interessanten und entwicklungs- und steigerungsfähigen Autorin aus, gerade da der zweite Roman von Charon so gut gelungen ist . Ich hoffe einen furiosen dritten Roman und werde die Autorin im Auge behalten.

Meine Bewertung:

ISBN: 3404157605
Luebbe Verlagsgruppe
Oktober   2007 - kartoniert - 206 Seiten
'Bastei-Lübbe Taschenbücher'.

Welch angenehme Überraschung!


Daria Charons Die Nichte der Marquise ist ein historischer, erotischer Roman von überraschend hoher Qualität. Ich glaube ich habe das Buch in 36 Stunden ohne, oder mit wenigen, Pausen durchgelesen. Das ist bei mir schon eine Seltenheit.

Zunächst jedoch zum Inhalt:

In der französischen Provinz zur Zeit von Ludwig XIV lebt die Bauerstochter Marie in ärmlichen Verhältnissen. Das Mädchen träumt davon diesem kargen Leben zu entkommen. Bald ergibt sich eine Gelegenheit: Die schöne Marie wird von einer Kupplerin, der Marquise de Solange entdeckt und unter dem Vorwand eine Anstellung als Zimmermädchen zu bekommen nach Paris gelockt. Im Haus der Marquise wird Marie dann mit den wahren Plänen für ihre Zukunft konfrontiert. Sie soll als Gespielin für Herren in gehobene Adelskreisen vermittelt werden. Marie entscheidet sich für ein solches Leben, nie wieder will sie in die Armut zurück aus der sie gekommen ist.

Marie ist mit einer natürlichen erotischen Anziehungskraft ausgestattet und schafft es kurz nach ihrer Einführung in die Gesellschaft des Versailler Hofs die Gunst des Königs selbst zu erlangen. Sie wird seine Geliebte und träumt vom Aufstieg zur seiner ersten Mätresse, doch natürlich kommt es erstens anders und zweitens als sie denkt…

Ich bin von diesem Roman ehrlich gesagt begeistert. Zum einen hat Daria Charon einen sehr passablen historischen Roman geschrieben, zum anderen schafft sie es ein Feuerwerk an Erotik zu zünden. Die Temperaturskala der erotischen Handlung reicht von den kalten höfischen Orgien, über liebevolle Kuschelwärme, bis zu brennend heißem Sex. Einzig das Wort Fötzchen, das die Autorin gerne für das weibliche Geschlecht verwendet war gewöhnungsbedürftig.
Nichtsdestotrotz konnte ich meine Augen von diesem Buch einfach nicht mehr abwenden, nicht nur wegen der gelungenen Sexszenen, sondern auch wegen der Spannung in Maries Lebenslauf. Schnell hatte ich sie ins Herz geschlossen, ebenso Tristan, der später eine große Rolle in Maries Leben spielt. So war es denn eben auch nicht verwunderlich, dass das Schicksal der beiden mich gefesselt hat.
Eine tolle Schreibe sei Charon eindeutig zugestanden, sie versteht es den Leser bis zum Ende am Ball zu halten.

Eine sehr befriedigende Lektüre in jeder Beziehung! Toll! Das nächste Buch ist schon geordert…:mrgreen:
Meine Bewertung daher:

ISBN: 3404158229
Februar 2008 - kartoniert - 300 Seiten
Bastei - Lübbe Taschenbücher
6,95 €

Bei dem Buch “ Im Zauber der Verführung“ handelt es sich um einen erotischen Liebesroman von der – Zitat Verlag – Meisterin erotischer Liebesromane. Das ist schon allerhand, die Meisterin. Die wollte ich dann doch kennenlernen und habe mir einen Roman der Autorin besorgt. Natürlich war ich auch ein bisschen spitz *g* und habe auf einen vergnüglichen Leseabend gehofft…

Der Inhalt laut Klappe:

Anne Aimes ist sechsunddreißig und hat alles, was ihr Herz begehrt. Nur auf eines musste sie bislang verzichten: die Liebe eines Mannes. Michel des Anges genießt einen Ruf als Liebhaber, der weiß, was Frauen wünschen. Doch mit Geld kann Anne weder den Reichtum leidenschaftlicher Nächte bezahlen noch Michels Herz erobern, das sich ihr öffnet, voller Hoffnung auf ein Glück jenseits der dunklen Schatten, die ihn verfolgen.

Der Anfang, sprich das Vorwort der Autorin war schon vielversprechend. Sie stellt sich als Autorin dar voll allerbester Intentionen. So ist ihr beispielsweise die Freiheit der weiblichen Sexualität ein Anliegen, ebenfalls widmet Robin Schone ihr Buch Organisationen, die sich gegen Genitalverstümmelung bei Frauen engagieren und Organisationen für Frauengesundheit…. Ebenfalls interessant ihr Bericht über die Recherchen zu ihrem Buch, bezüglich männlicher Prostitution Ende des 19. Jahrhunderts.

So weit, so gut.Jetzt kommen wir aber zum eigentlichen Roman:
Dieser beginnt sehr erotisch und anregend, erscheint auch sehr schön formuliert, der Stil ist ansprechend. Eine Jungfrau Mitte 30, reiche Erbin und ihr Lebtag einsam, beschließt einmal in ihrem Leben die Wonnen des Fickens Beischlafs zu erfahren. Hierfür wendet sie sich, da liquide genug, an den Mann schlechthin für solche Fälle, den berühmten Michel des Anges, seines Zeichens: Hengst. Natürlich hat Michel auch ein Geheimnis und schwebt in höchster Gefahr. Die Story ist relativ gut und spannend aufgebaut, auch bis zum Ende. Allerdings allerschlimmste Defizite entpuppen sich dann beim Weiterlesen im sprachlichen Bereich. Für mich eines der schlimmsten Fauxpas` in diesem Bereich ist die Wiederholung. 100 Mal : „Sie war nun mal eine alternde Jungfer“, 100 Mal „Sie spürte das Pochen zwischen ihren Beinen“, 100 Mal „der Mann würde ihn bald töten“….. Unerträglich! Einige andere nette Schlimmitäten:

– Die Protagonisten denken nur an Orgasmen, egal in welcher Situation, ob beim Sterben, oder beim Schlafen, während der Flucht vorm Feind etc…

– Michel des Anges ist der Oberhengst. Er kann jeder Frau 100 Orgasmen in einer Nacht verschaffen, kennt jede Spielweise – eine Offenbarung der Mann! Wo gibt es den? Hat jemand die Telefonnummer?

– Die Protagonisten wird lebendig begraben und vom Protagonisten befreit. Sie ist in völliger Panik, um sie zu beruhigen schiebt der Protagonist der Protagonistin erstmal eine Schokobanane in ihr Schatzkästchen… Na, wenn das nicht der Bringer ist. Also ich mach das in stressigen Situationen ja fast immer…

Fazit: Nette Story mit enormen sprachlichen Defiziten. Also wenn das die Meisterin ist bin ich die Göttin der erotischen Liebesromane…

Meine Bewertung:

ISBN: 3548266525
Übersetzt von Elisabeth Schulte-Randt
Ullstein Taschenbuchvlg.
Februar   2007 - kartoniert - 415 Seiten
Originaltitel: The Lover

Und wieder mal ein historischer Liebesroman. Dieser hier von Rebecca Brandewyne ist sogar eigentlich ein sehr unterhaltsamer. In Deutschland ist der Roman unter dem Namen „In mondheller Nacht“ bei Goldmann erschienen.

Inhalt (Klappe) :

Die sturmumtoste Steilküste von Cornwall, 1810: Als die bildhübsche Adlige Maggie Chandler ihrem geheimnisumwitterten „Zigeunercousin“ Draco begegnet, gerät ihr Leben gehörig durcheinander. Denn in einer mondhellen Nacht im Moor verliert sie nicht nur all ihre Illusionen sondern auch ihr stolzes Herz …Eine stürmisch-romantische Liebesgeschichte an Cornwalls rauer Küste.

Na? Wer hat so eine Ahnung was dieser Roman ist?…

Auflösung: Eine LR-Verwurstung meines allerliebsten Lieblingsromans „Wuthering Heights“ von Emily Bronte!
Die Geschichte ist beinahe identisch, nur die Namen wurden von der Autorin dann doch netter Weise noch geändert und natürlich gibt es ein Happy-end (Emily dreht sich sicher im Grabe um)…. Heathcliff heißt hier Draco, Wuthering Heights wurde zu Stormswept Heights (wie kreativ), es tauchen die Lintons und Earnshaw auf, eigentlich fast alle Figuren und Orte. Der Form halber wurden ein paar Dinge natürlich hinzugefügt…

An sich ein nett geschriebener Liebesroman, aber mit Plagiaten kann ich nunmal gar nichts anfangen. Sich mit der Kreativität anderer zu bereichern finde ich mehr als ungerecht und armselig.

Daher meine Bewertung:

Publisher: Warner Books 1988

Im Moment gelingt es mir einfach nicht mich auf ein ernsthaftes Buch einzulassen. Wahrscheinlich hatte ich einfach zu viel des Guten in der letzten Zeit, denn die Gedanken schwärmen derzeit aus, überall hin, nur nicht auf die Buchseiten vor mir. Frühling eben!… Einzig die Nackenbeisser vor dem Schlafengehen sind noch möglich, allerdings lohnt es sich meist kaum darüber Rezensionen zu schreiben.
Ich verlasse mich aber auf den Lauf der Natur, der mich mit Sicherheit zurück zu dem schönen Büchern des Lebens führen wird, und genieße mein literarisches Lotterleben.

Mein Hummelnest, sprich meinen Kopf, zieht es derzeit eher zur Musik, die ich durch das Lesen auch etwas vernachlässigt habe. Also mache ich zuhause entweder Mini-Feten mit meinen Jungs, oder packe meinen Kopfhörer aus und höre all die schönen CDs die schon angestaubt waren. Ich freue mich auch schon sehr endlich mal wieder ohne Kinder auf das Zita-Rock-Festival in Berlin gehen zu können. Halleluja! Das ich das noch erleben darf… *g*


Zita-Rock Festival 2008

Was will frau mehr?…

Kurz zum Inhalt: (ja den gibt es)😉

Gwen Cassidy, 25 Jahre alt und Versicherungsangestellte aus New Mexico, unternimmt eine Bustour durch Schottland, um ihrer Einsamkeit zu entfliehen. Während eines Spaziergangs in den Bergen fällt sie plötzlich in eine Felsspalte – und landet direkt auf einem schlafenden Mann. Eine ungewöhnliche Begegnung, in mehrfacher Hinsicht, denn der Fremde behauptet, Drustan MacKeltar zu sein, ein schottischer Edler des 16. Jahrhunderts, den es mittels magischer Kräfte in die Zukunft verschlagen hat. Gwen hält den Mann für einen Irren, ist aber fasziniert von seiner Ausstrahlung und verliebt sich schließlich in Drustan. Sie folgt ihm zurück in seine Welt – doch kriegerische Zeiten, Heimtücke und Verrat warten auf die beiden und Gwen benötigt all ihren Mut und ihren Glauben an die Liebe, um die Gefahren zu überstehen.

Ein Schmachtfetzen par excellence. Karin Marie Moning hat denke ich ziemlich gut durchschaut, wie viele Frauen ticken. Sie riecht förmlich was frau an Sehnsüchten in ihr Kissen schwitzt und bringt das zu Papier. Zumindest ich habe es genossen mich mit Gwen in die Arme des starken Highlanders fallen zu lassen.
Frau kann ja auch nicht immer nur stupide Männer – Pornos glotzen…

Erstaunlicher Weise gab es in diesem Roman sogar eine spannende Rahmenhandlung und ich musste auch des öfteren laut vor mich hin lachen, der witzigen Dialoge wegen. Insgesamt also ein erotischer, witziger und herzerwärmender Roman, den man durchaus lesen kann.

Meine Bewertung:

ISBN: 3548256856
Ullstein Taschenbuchvlg.
Juli      2003 - kartoniert - 444 Seiten
'Ullstein - Bücher, Allgemeine Reihe'.

Als Psychoanalytiker arbeitete Philippe Grimbert in öffentlichen Einrichtungen, mit psychotischen und autistischen Kindern, und auch im privaten Sektor. Er begeistert sich für Musik.

Er veröffentlichte drei Essays :
‚Psychanalyste de la chanson ‚ (1996, „Psychoanalyse des Chansons“),
‚Pas de fumée sans Freud‘ (1999, „Kein Rauch ohne Freud“), und
‚Chantons sous la psy‘ (2002,“Singen wir in der Psychoanalyse“).

Er ist ebenso Autor zweier Romane, ‚La Petite Robe de Paul ‚ (2001) und ‚Un secret ‚ („Ein Geheimnis“, 2004). Letzterer enthüllt die Geheimnisse, die Grimberts eigene Eltern über seine Familie verborgen hatten. 2004 wurde er durch den „Prix Goncourt des lycéens“ und 2005 durch den Preis der Leserinnen der Zeitschrift „Elle“ ausgezeichnet. Claude Miller war inspirtiert durch diesen Roman von Philippe Grimbert und drehte im Jahre 2007 den Film ‚Un secret‘ („Ein Geheimnis“) mit Ludivine Sagnier , Patrick Bruel , Cécile de France und Julie Depardieu .

Back in Black

April 29

Jaja, die gute alte Salome ist wieder da. Hypomanisch, voll auf Johanniskraut und dadurch momentan bestens gelaunt!😀

Zwei Vampirschnulzennackenbeisser habe ich in der Zwischenzeit gelesen und zwar von Christine Feehan „Mein Dunkler Prinz “ und “ Der Fürst der Nacht “ und die waren extrem schlecht. Also ich bin völlig unbefriedigt und enttäuscht von dem Schmonz, und das obwohl ich mit sehr wenigen Erwartungen herangegangen bin. Eine Rezi zu den Büchern werde ich mir sparen, möchte aber trotzdem alle warnen, die gerne mal mit einem netten Trivialroman abschalten möchten. Diese Autorin ist unterste Kajüte. 100 fache Wiederholungen machen das Lesen unerträglich.
So nun werde ich mich meiner Moning-„Die Liebe des Highlanders“-Schnulze widmen, die mich aber sowas von befriedigt…:mrgreen:

Bis in Bälde Eure
Salome

(K)ein Geheimnis …

…, dass Phillippe Grimberts Roman einer besten Romane ist, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Das Buch ist das Portrait eines außergewöhnlichen Jungen, in einer schwierigen Zeit.

1948 in einer jüdischen Familie geboren muss er mit dem schrecklichen Erbe der Nazizeit leben lernen. Der Sohn zweier olympiareifer Athleten ist kränklich und schwach, er erhält kaum Zuwendung und Anerkennung, wird eher als Strafe und Prüfung, denn als Segen von seinen Eltern betrachtet. Der Junge sieht seine Eltern als geliebte Statuen, für ihn unerreichbar, hart, perfekt. So sehr er sich auch bemüht mit hervorragenden schulischen Leistungen zu brillieren, er kann seine Eltern nicht beeindrucken. Der Junge fühlt und ahnt, dass etwas in der Familie nicht stimmt und irgendwann lüftet sich auch das Geheimnis.

Die Autobiographie des Autors ist inhaltlich beeindruckend und spannend zu lesen. Die Personen sind lebhaft beschrieben, das Seelenleben des jungen Erzählers liegt offen vor einem. Es ist sehr kunstvoll, wie Grimbert Dinge ins Bewußtsein des Lesers bringt und dabei zu seinem eigenen Leben dennoch die notwendige Erzählerische Distanz einhält. Der Stil und die Form des Buchs sprechen mich sehr an, denn ich mag diesen fast lyrischen Aufbau, der ja in vielen kleinen französischen Novellen zu finden ist. Jeder Abschnitt ist für mich quasi wie ein eigenes Gedicht, sehr schön, wenn auch oft atmospärisch düster und beklemmend.

Am Ende war ich zwar in Tränen aufgelöst, aber hingerissen von diesem wertvollen Stück Literatur.

Daher keine Frage, dieses Buch verdient mindestens:

ISBN: 3518459201
Übersetzt von Holger Fock, Sabine Müller
Suhrkamp Verlag KG
Februar 2008 - kartoniert - 154 Seiten
Originaltitel: Un secret, 2004.
Suhrkamp taschenbücher Allgemeine Reihe