SALOMES BÜCHER

Leben und Lesen gegen den Strom

Archiv für 'Klassiker' Kategorie


János Székely - Verlockung

Verfasst von Esther am Februar 20

Székely lässt das Ungarn der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auferstehen, um es anschließend gnadenlos niederzureissen.

Wer bei dem irreführenden Cover des Romans der Verlockung erliegt und auf einen verklärenden, romantischen Schmachtfetzen hofft, wird bei der Lektüre von Székelys gnadenlos gesellschaftskritischen Roman, mit seinen unbarmherzig ehrlichen Beschreibungen von Armut und Klassengesellschaft, ein böses Erwachen erleben.

Székely lässt Protagonist Béla in seinem autobiographisch gefärbten Roman durch die Hölle gehen.
In der ungarischen Provinz gibt Bélas junge Mutter den unehelich gezeugten Jungen in eine Art Heim für arme Bankerte und zieht nach Budapest, um dort zu arbeiten. Sie hat kaum eine Bindung zu dem Jungen.
Betreut von der, ihm nicht sehr wohlgesonnenen, geldgierigen ehemaligen Hure Tante Rozika, wird der Junge in schlimmster Armut und Hunger groß. Liebe und Geborgenheit sind ihm fremd und machen ihn sogar Angst, wohl aber kann er Prügeln und lernt zu überleben. Trotz all dem hat Béla ein großes Bedürfnis nach Wissen und schafft es bald sogar die Schule besuchen zu dürfen. Er entpuppt sich als einer der gelehrigsten Schüler der Schule.
Nach dem er eines Tages, in einem besonders harten Winter, beim Diebstahl von Schuhen erwischt wird, muss Béla das Dorf verlassen und muss zu seiner Mutter, mit der er jahrelang keinen Kontakt mehr hatte, nach Budapest ziehen. Anfangs scheint der Junge von der Veränderung in seinem neuen Leben und von der großen Stadt begeistert. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass die Mutter in sehr ärmlichen Verhältnissen lebt und Béla auch die geliebte Schule fortan nicht mehr besuchen darf, sondern eine Lehre in einem Hotel beginnen muss. Die Träume des Jungen zerplatzen, nur der Wunsch dieser Armut zu entkommen treibt ihn voran.
In dem Hotel lernt Béla erstmals die andere Seite kennen, Reichtum und Dekadenz, die ihn zunächst magisch anzieht; verkörpert von der Exzellenz, einer betörend schönen, aber ebenso unberechenbaren Dame der High Society. Der junge Mann schwankt zwischen den Welten der schlimmsten Armut und des Reichtums. Als seine Exzellenz ihn zu ihrem Geliebten macht erliegt er schließlich der Welt des Glanzes und droht dabei sich selbst zu verraten und zu zerstören.

In dem 800 Seiten langen Roman lässt Székely dem Leser viel Zeit und Raum, um den jungen Béla genauestens kennenzulernen. Die Kindheit des Jungen und auch seine Gedanken lassen den Leser nicht mehr los. So fühlt man sich denn auch sehr verbunden mit Béla, man versteht ihn, leidet und bangt mit ihm. Verlockung ist eine stilistisch einfach gehaltene Geschichte, aber mit berauschender Gedankenfülle und einmalig plastischen Bildern. Székelys Wut und Ohnmacht über die Zustände zu jener Zeit in seinem geliebten Heimatland scheint in jeder Zeile durch. Oft ist der Roman dadurch auch sehr sozialkritisch und/oder politisch. In einigen Monologen schreit der Autor förmlich: Schaut auf mein Land! Seht was wir durchgemacht haben und noch immer durchmachen! Der Leser wird in diesem Buch nicht in Watte gepackt, er wird mit der harten Keule traktiert.

Auch heute ist das Buch noch sehr aktuell und einigen Menschen in meinem Umfeld würde ich dieses Buch gerne zur Pflichtlektüre machen. Vieles hat dieses Buch in mir bewirkt.

Das Buch ist uneingeschränkt als Meisterwerk weiterempfehlen! Daher:

Meine Bewertung:

++

ISBN: 3442735106
Übersetzt von Ita Szent-Iványi
Btb
Juni 2007 - kartoniert - 816 Seiten
Originaltitel: Kisértés.

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Pitigrilli - Kokain

Verfasst von Esther am September 11

Kokain ist Dino Segres - alias Pitigrilli - Skandalroman aus den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. Er schaffte es gar, dass in den 20er und 30er Jahren seine Schriften verboten wurden. Kokain stand in Deutschland noch bis 1988 auf dem Index für jugendgefährdende Schriften.
Aber wie liest sich der Roman heute, wo Drogenexzesse, Sex und Dekadenz zum alltäglichen literarischen Leben gehören?

Pitigrilli lässt den Leser mit seinem Antihelden Tito eine merkwürdige Reise, aus einer Klosterschule im ländlichen Italien, ins dekadente Paris der 20er Jahre und darüber hinaus letztlich über den halben Erdball, tun.
Titos Geschichte ist von Anfang an abstrakt. Weil er bei seiner Prüfung im Medizinstudium sein Monokel ablegen soll, macht er die Prüfung nicht; als seine Jugendliebe Maddalena in einer Besserungsanstalt landet (wo sie übrigens die Grundkenntnisse in Prostitution erlernt) , nimmt er den nächsten Zug nach Frankreich. Einsam, unglücklich und orientierungslos lebt er dort. Schließlich bekommt er eine Arbeit als Reporter in Paris, verdient sich sein Geld mit Reportagen über die Kokainszene. Dabei verstrickt er sich bald immer mehr selbst in die Kokainsucht und die Suche nach seinem Glück und der Liebe. Es folgen Drogenorgien und dekadente Zusammenkünfte, die er, neben seiner besonders zynisch und auch witzig geschilderten verko(r)ksten Arbeit, kennenlernt; ebenso wie seine schöne Geliebte Kalantan. Als Maddalena, nun endgültig zu der Tänzerin und Prostituierten Maude mutiert, zu ihm nach Paris kommt, pendelt er zwischen den beiden Geliebten. Letztendlich wird jedoch Maude zu seiner Kokaina, einer fataleren Sucht, als es die Sucht nach Kokain selbst je sein könnte.

Sprachlich ein tolles Buch. Zynisch, unerbittlich gemein, ehrlich, manchmal auch etwas düster, lässt er sich über vielerlei Themen, wie den Katholizismus, Journalismus und die Gesellschaft aus. Pitigrilli kann sprachlich auch heute durchaus überraschen und inspirieren. Ein Buch, das eine wahre Sammlung von tollen Aphorismen, die alleine für sich schon lesenswert sind, beinhaltet. Wie dieses Zitat hier zum Thema Alkohol:

Ich trinke, um die Falten der Seele zu glätten, aber die Falten der Seele bringt man nicht weg; man kann sie wohl für einen Augenblick glätten: sie verschwinden für eine Stunde, kommen dann aber wieder zum Vorschein und graben sich um so tiefer ein.

Auch die Charaktere sind anschaulich und interessant gezeichnet.
Die Geschichte an sich dagegen scheint verworren, antiquiert und überladen, so dass das Lesen dieses Buches nicht immer ein echtes Vergnügen darstellt. Tito hat mich zuweilen doch gelangweilt, manchmal habe ich mich auch geärgert, über seine frauenfeindlichen Sprüche beispielsweise, und manchmal habe ich ihn auch einfach nicht verstanden.
Doch bin ich keineswegs verärgert dieses Buch gelesen zu haben, denn es hat mich sprachlich einfach überzeugt.
Fazit:
Das dieses Buch solch einen Skandal verursachte ist heute kaum noch zu verstehen, es beinhaltet nichts was heute nicht bei RTL im Nachmittagsprogramm laufen würde. ;)
Großvaters wilde Tage sozusagen, die oft ein Lächeln aufs Gesicht zaubern.

Meine Bewertung:

Broschiert: 221 Seiten
Verlag: Rowohlt Tb.; Auflage: N.-A. (198 8)
ISBN-10: 3499122251
ISBN-13: 978-3499122255

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Sándor Márai - Wandlungen einer Ehe

Verfasst von Esther am Juli 26

Abrechnung eines Schriftstellers

“Wandlungen einer Ehe” ist der zweite Roman von Márai den zu lesen ich die Ehre hatte.
Auf den ersten Blick die Geschichte zweier Ehen aus drei Perspektiven: Die der Ehefrau, sie erzählt als erste das Geschehene aus ihrer Sicht; die Perspektive des Mannes folgt darauf und schließlich die des Dienstmädchen, beziehungsweise der zweiten Ehefrau. Ich sagte auf den ersten Blick, denn in diesem Buch steckt so viel mehr als nur eine typische ménage à trois.
Der Roman, so kann man einer editorischen Notiz am Anfang entnehmen, besteht aus drei eigenständigen Teilen, die sogar zu verschiedenen Zeiten veröffentlicht wurden, später wurden die Teile erst zur endgültigen Form zusammengefügt.

Der Kampf einer Kleinbürgerlichen

Im ersten Teil schildert die Ehefrau einer gesichtslosen Bekannten ihre Sicht vom Leben und ihrer gescheiterte Ehe.
Sie stammt aus kleinbürgerlichen Verhältnissen, lebt mit den Eltern in einer kleinen Mietwohnung, bis sie in die betuchte großbürgerliche Industriellenfamilie ihres Mannes einheiratet. Schnell lernt die schöne Frau sich in dieser Welt zurecht zu finden und doch wird es immer den Unterschied machen, dass sie nicht in die Welt der Reichen hineingeboren wurde wie ihr Mann. Dieser ist zuvorkommend zu seiner Frau, auch liebt er sie offenkundig, und doch spürt sie, dass er sie nicht so bedingungs- und vorbehaltlos liebt, lieben kann. Sie beginnt eine Suche nach der Ursache und einen Kampf um ihre Ehe, parallel zu ihrem unterschwelligem Kampf um die Akzeptanz und den Respekt einer anderen Welt, doch es ist keine simple Affäre auf die sie stößt.

Reichtum und Schuld

Der zweite Teil, er wird aus der Perspektive des Ehemanns geschildert, war mir persönlich der Unangenehmste. Gedanken, Grübeleien, teils auch Gejammer eines Mannes, der in seiner Klasse tief verwurzelt ist, für den der Weg von Geburt an in Wohlstand und großbürgerlichem Leben vorgezeichnet ist. Er erfüllt seine Pflicht, hält sich an die gesellschaftlichen Konventionen, doch gleichzeitig verabscheut er dieses gleichförmige, langweilige Leben, diesen selbstverständlichen Reichtum, die innere Einsamkeit, die besitz von ihm ergreift.

Ich habe mir das Leben, das ich aus der Nähe betrachten konnte, sehr genau angeschaut… … Auch ich hatte gedacht der Fehler liegt bei mir. Ich erklärte es mir mit Gier, mir Egoismus, mit Genußsucht, mit den gesellschaftlichen Schranken, mit dem Lauf der Welt… was? Na eben, den Bankrott. Die Einsamkeit, in die früher oder später jedes Leben hineinfällt wie der nächtliche Wanderer in die Grube. … Wir sind Männer, wir müssen allein leben und über alles genau abrechnen, wir müssen schweigen und die Einsamkeit, unseren Charakter und das Gesetz des Lebens ertragen.

Seite 156
Die Richtige für ihn scheint Judit, das Dienstmädchen, zu sein, anzunehmen gerade weil sie aus einer bitterarmen Familie stammt, er macht ihr einen Antrag. Von ihr erhofft er die Linderung der Einsamkeit, aber auch hier erweist er sich als zu feige, um mit den Konventionen zu brechen. Judith, die dies spürt, weist ihn zurück. Er heiratet schließlich die oben erwähnte bürgerliche Ehefrau, bekommt mit ihr ein Kind, welches früh stirbt. Kurz darauf stirbt auch die Ehe.

Die dritte Klasse

Im dritten Teil kommt dann das Dienstmädchen Judit zu Wort. Hier findet man durch Judits Mund die ehrlichsten, gesundesten Worte des Romans. Dieser Teil des Buches ist von Márai später als die ersten beiden fertiggestellt worden. Ich finde dies ist deutlich zu spüren, es ist der gehaltvollste Teil. Hier finden sich die echten Probleme: Krieg, Verlust, Hunger, Angst, Tod. Natürlich auch ihre Schilderungen der vorgenannten Ereignisse, die Sicht des Proletariats und doch die präzisesten Beobachtungen; aber dies fast nur am Rande. Judit rechnet mit dem Bürgertum an sich ab.

Noch wichtiger, oder bewegender ist im dritten Teil, die nähere Betrachtung der Nebenfigur des Schriftstellers Lázár und ihrer tragischen Wendung. Denn in dieser Nebenfigur hat Márai selbst offenbart. Man versteht Marai, seine Gedanken und seine Tragik sehr gut, wenn man Lázárs Lebensgeschichte betrachtet.
Bitter hier seine Abrechnung mit Faschisten und Kommunisten in Ungarn, die ja seine Werke nicht nur verboten, sondern auch vernichtend beurteilten, was ihn schrecklich verletzte und ihn veranlasste sich immer mehr aus der Welt zurückzuziehen.

Verstehen Sie nicht? Schönheit wird eine Beleidigung sein. Begabung eine Provokation. Charakter ein Attentat. Denn jetzt kommen sie, aus allen Richtungen kriechen sie hervor, Hunderttausende und noch mehr. Von überall her. Die Grobschlächtigen. Die Unbegabten. Die Charakterlumpen. Und sie werden das Schöne mit Vitriol übergießen. Und Und die Begabung mit Pech und Schwefel und übler Nachrede verfolgen….

Zuweilen das Schicksal der Begabung

Es war also letztlich auch das Schicksal des begnadeten Erzählers Márai, aus der Heimat verstoßen und herabgewürdigt zu werden, das ihn so verbittert hat. Man kann es beim Lesen sehr gut nachvollziehen, denn Márai versteht es wunderbar Gefühle zu vermitteln. Darüber hinaus hat er mit “Wandlungen einer Ehe” ein bildhaftes und einprägsames Portrait der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts gezeichnet.
Negativ wären für mich einzig die teilweise doch sehr langen Exkurse über dieses und jenes zu erwähnen, die schon einige Geduld zuweilen erfordern. Doch vermag es das Buch locker solche Längen mit seiner famosen Erzählung auszugleichen.

“Wandlungen einer Ehe” hat, wie ich finde, mit “Die Glut” wenig gemein und sollte daher auch nicht direkt verglichen werden. “Die Glut” ist wesentlich lockerer und runder, auch nicht ganz so kritisch.

Meine Bewertung:



ISBN: 3492241670
Übersetzt von Christina Viragh
Piper Verlag GmbH
Juli 2004 - kartoniert - 464 Seiten
Originaltitel: Az igazi, Judit… e az utohang
‘Serie Piper’.

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Françoise Sagan - Adieu amour

Verfasst von Esther am Juni 4

Die glückliche Beziehung eines Ehepaars aus der Pariser Theaterszene, wird auf eine harte Probe gestellt.
Das tragische Theaterstück, das sie aufführen möchten, scheint kaum kommerziellen Erfolg zu bringen.
Doch François uns Sybil haben Glück, eine reiche Industriellenwitwe, ehemalige Schauspielerin und Theatermäzenin, interessiert sich für diese Arbeit.
François trifft sich mit der reichen Mouna Vogel, doch sie verlangt eine komplette Veränderung des Stück, aus welche Sybil niemals eingegangen wäre; ihr Mann geht hinter Sybils Rücken darauf ein.
Dann erliegt François dem Charme der ältlichen Dame auch noch physisch und beginnt eine Affaire mir ihr, entpuppt sich sogar bald als notorischer Fremdgeher, der die ahnungslose Sybil schon seit Jahren betrügt.

Mit diesem Roman konnte mich Madame Sagan in keiner Weise überzeugen.
Die Geschichte klingt inhaltlich ziemlich flach und ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass sie es auch ist.
Von der angepriesenen filigranen, preziösen Psychologie war nicht zu spüren, dafür um so mehr von gähnender Langeweile.
Der Roman ist ohne jede Spannung, ohne jeden Tiefgang, ohne Charme. Schade, ich hatte mir von Sagan weit mehr erhofft, doch leider funkt es nicht zwischen uns.
Eine nicht zu empfehlende seichte Liebesgeschichte.

Meine Bewertung:



Broschiert:183 Seiten
Verlag: Ullstein Tb (Februar 2002)
ISBN-10: 3548246885
ISBN-13:978-3548246888

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Fjodor M. Dostojewski - Weiße Nächte

Verfasst von Esther am Juni 3

 

Klappentext:

Der Träumer - »was soll ihm noch unser wirkliches Leben! … da er selber der Künstler seines Lebens ist und es zu jeder Stunde nach neuer Laune sich erschaffen kann. Wie leicht und wie selbstverständlich wird diese märchenhafte, phantastische Welt erschaffen!… Man könnte in mancher Minute fast glauben, daß dieses Leben nicht etwa nur eine Erregung der Gefühle sei, kein Gaukelspiel, kein Trug der Einbildung, sondern daß es geradezu das wirkliche, wahrhaftige und rechte Leben ist!«

Meine Meinung:

Leider nur ein Schnellverfahren für Dostojewski, weil ich im Moment nicht die Zeit und die Muße habe näher auf das Buch einzugehen.
Es hat mir ganz gut gefallen, leider habe ich es wohl zur falschen Zeit gelesen.
Der Satzbau ist teilweise sehr kompliziert, die Sprache sääähr blumig und poetisch. Teilweise muss man eine Seite mehrmals lesen, weil man am Ende der Seite den Anfang schon vergessen hat. Kurz:
Ich bin derzeit einfach nicht in Stimmung für pathetische, dramatische Russen.
Meine Bewertung:

ISBN: 3458345345
Übersetzt von Hermann Röhl
Insel Verlag
Juni 2002 - kartoniert - 109 Seiten
Eine Liebesgeschichte.

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Charlotte Brontë - Jane Eyre

Verfasst von Esther am Juni 3

Jane Eyre ist ein Mädchen aus ärmlichen Verhältnissen.
Als sie, noch als Säugling, zur Waise wird, wird sie von ihrem Onkel Reed, der seiner Schwester und ihr sehr wohlgesonnen ist, in dessen Haushalt aufgenommen; dieser stirb jedoch bald. Zwar schafft er es seiner Frau am Sterbebett das Versprechen abzunehmen für seinen Mündel weiterhin zu sorgen, diese erfüllt ihre Aufgabe jedoch mit Widerwillen, denn sie hegt keinerlei Sympathie für das schreiende Balg der ungeliebten Schwägerin. Jane wächst ohne Liebe in einer eisigen Atmosphäre von Gateshead zu einem introvertierten, verschüchterten Mädchen heran. Von ihren Cousin und ihren Cousinen wird sie unterdrückt, von ihrer Tante wie ein lästiges Anhängsel ( “weniger Wert als ein Dienstmädchen, denn die verdienen sich ja ihr Brot” ) abgetan. Mit der Zeit jedoch regt sich erster Widerstand gegen die Ungerechtigkeiten ihres Lebens in dem Mädchen und schließlich fängt sie an sich zu wehren. Diese Versuche der Rebellion werden mit aller Härte gemaßregelt. Jane wird letztendlich verstoßen, in das Internat für arme Waise in Lowood gebracht.
Das Mädchen ist einerseits froh, Gateshead und der herrischen Tante zu entfliehen, muss aber auch zunächst in ihrem neuen Leben in Lowood, mit dem “Vermächtnis” ihrer Tante, in Form von Verleumdungen und Lügen, die sich über den bigotten Schulleiter Mr. Brocklehurst verbreiten, leben lernen.
In Jahren voller Entbehrungen, Hunger und allgegenwärtigen Todes, schafft sie es, mit ihrem Geist, ihrem Fleiß und der Hilfe der, ihr zugewandten, Lehrerin Miss Temple bis zur Lehrerin von Lowood aufzusteigen.
Die, zur jungen Dame gereifte Jane, bedarf bald einer Herausforderung und Veränderung.Sie gibt ein Inserat auf und bekommt eine Stelle als Gouvernante eines Mündels des Gutsherren von Thornfield, Mr. Rochester.
Jane, die sich in Thornfield sehr wohl und heimisch fühlt, jedoch immer noch das Gefühl von Befangenheit in ihrem Leben verspürt, verliebt sich bald in den geheimnisvollen, zwanzig Jahre älteren, Mr. Rochester.Dieser, selbst durch ein ruheloses Leben voller Erfahrungen gereift, lässt sich von der unscheinbaren Gestalt Janes nicht täuschen, er erkennt ihren Geist und ihr Temperament und verliebt sich auch seinerseits in sie.
Über dem Gutshaus von Thornfield jedoch scheint ein Fluch zu liegen, den des Nachts geschehen merkwürdige Dinge.So hört sie oft unheimliche Geräusche und Stimmen, muss sie ihren Arbeitgeber vor dem Verbrennen retten.
Ungeachtet dessen und des Standesunterschiedes der beiden Liebenden, bitte Mr. Rochester, Jane seine Frau zu werden und die sagt ganzen Herzens “Ja”.
Am Tage der Hochzeit löst sich dann endgültig das Rätsel vom Gutshaus in Thornfield und verhindert damit die Hochzeit…

Charlotte Brontës Roman, den sie 1847 unter den geschlechtsneutralen Pseudonym Currer Bell veröffentlichte, ist ein sehr subtiler, interessanter Roman, der seinerzeit für einigen Aufruhr sorgte, zeigte er doch, dass in einer Frau mehr steckt als Duldsamkeit,Tugend, nämlich Kreativität,Temperament und Selbstbewusstsein. Er ist daher ein sehr wichtiger Roman für uns Frauen, ein weiterer Riss im Eis zwischen den Geschlechtern dieser Zeit.
Aus heutiger Sicht und ohne Hintergrundwissen könnte man ihn allerdings durchaus als trivialen Liebesroman in eine falsche Ecke drängen. Es lohnt sich allerdings die Hintergründe dieses Buches aufzudecken, denn es enthüllt sich ein echter Meilenstein der Literaturgeschichte, der zurecht heute als Klassiker gelten kann.

Meine Bewertung:

ISBN: 3717519654
Übersetzt von Andrea Ott
Manesse Verlag
778 Seiten

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Stefan Zweig - Schachnovelle

Verfasst von Esther am Juni 3

Kurzbeschreibung:

Auf einem Passagierdampfer, der von New York nach Buenos Aires unterwegs ist, fordert ein Millionär gegen Honorar den mit einer Art mechanischer Präzision spielenden Schachweltmeister Mirko Czentovic zu einer Partie heraus. Der mitreisende Dr. B., ein österreichischer Emigrant, greift beratend ein und erreicht so ein Remis für den Herausforderer. Er hat sich, von der Gestapo, die ihn verhaftete, in ein Hotelzimmer gesperrt und von der Außenwelt hermetisch abgeschlossen, monatelang mit dem blinden Spiel von 150 Partien beschäftigt, um sich so seine intellektuelle Widerstandskraft zu erhalten. Durch diese einseitige geistige Anstrengung ergriff ihn ein Nervenfieber, dessentwegen man ihn entließ. Jetzt spielt Dr. B. zum ersten Mal wieder gegen einen tatsächlichen, freilich roboterhaft reagierenden Gegner. Es geht ihm bei dieser Partie lediglich darum, festzustellen, ob sein Tun damals während seiner Haft noch Spiel oder bereits Wahnsinn gewesen ist.

Meine Meinung:

Ich habe die Novelle neulich in einem Zug durchgelesen. Zunächst finde ich den Schreibstil Zweig flüssig, klar und sehr doch gehaltvoll. Sehr beeindruckend, ich würde auf jeden Fall gerne noch ein Buch von ihm lesen. Über die Geschichte bin ich immer noch am Grübeln. (das kann bei solchen Geschichten ein paar Tage bei mir dauern ) Es ist wie gesagt auch schwierig die Novelle “richtig” zu interpretieren, wegen ihrer Vielfältigkeit. Mein Eindruck war war eher der zweier gegensätzlicher Lebensläufe im dritten Reich. Der unsympathische und dumme, dessen grösste Kunst eigentlich im perfekten Nachahmen anderer liegt, schafft es zu Weltruhm und der intelligente, nette und engagierte Dr.B (ist er vielleicht Jude?) wird durch die Nazis zum geistigen Krüppel gemacht und unterliegt letzlich dadurch dem ersteren. Auf jeden Fall ein beeindruckendes Werk von Zweig.

Meine Bewertung:

ISBN: 3596215225 Fischer Taschenbuch Vlg.
kartoniert - 108 Seiten
‘Fischer Taschenbücher Allgemeine Reihe’.

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Leo Perutz - Nachts unter der steinernen Brücke

Verfasst von Esther am Juni 3

Weil er schon in Vergessenheit geraten ist zunächst kurz…


Über den Autor:

Leo Perutz wurde 1882, ein Jahr vor Kafka, als Sohn einer jüdischen Mittelstandsfamilie in Prag geboren und begann im Wien der Jahrhundertwende zu schreiben. In den 20er Jahren waren seine Bücher im deutschsprachigen Raum sehr erfolgreich. Durch die Annexion Österreichs musste der Autor 1938 ins Exil nach Palästina fliehen. Seine großen Romane gerieten in Vergessenheit. Resigniert starb Perutz 1957 bei einem Besuch in seiner alten, schmerzlich vermissten Heimat Österreich. Seine Bücher erlebten in den 80er Jahren eine Renaissance. Der ausgebildete Versicherungsmathematiker konstruierte seine Romanhandlungen stets mit bestechender Logik. Beinahe unbemerkt dringen Unerklärliches, Phantastisches, Übersinnliches ein, sodass die Romane in der Spannung zwischen Traum und Wirklichkeit, Wahrheit und Täuschung, Erinnern und Vergessen stehen.

Klappentext:

Das Geschehen am Hof Kaiser Rudolfs II., die magische Atmosphäre des Prager Gettos, das Leben und Treiben in den winkeligen Gassen, den Spelunken und Palästen dieser Stadt der Künste und der Wissenschaften, der Dämonen und Gottsucher, der Wahrsager, Hofschranzen und Narren wird zum Greifen lebendig in den novellenartigen Geschichten, die Leo Perutz hier zu einem Roman verbindet. Er handelt von der unmöglichen Liebe des kunstsinnigen böhmischen Kaisers zu Esther, der schönen Frau seines jüdischen Financiers Mordechai Meisl, die nur im Traum Erfüllung findet, wenn nachts der Rosenstrauch und der Rosmarin, die der wundersame Rabbi Loew gepflanzt hat, ihre Blüten zueinander neigen und der Kaiser vermeint, seine Geliebte in den Armen zu halten.

Meine Meinung:

Bingo! Ein absolutes Highlight! Was für eine Entdeckung!!! “Nachts unter der steinernen Brücke” ist ein Roman, der zu Beginn gar nicht wie einer scheint. Eher glaubt man eine Sammlung von Novellen, die im Prag des 16.und 17. Jahrhunderts angesiedelt sind. Die einzelnen Novellen erzählen, neben historischen Fakten, volksläufige Sagen und jüdische Legenden und das in einer wundervollen Sprache, die diese Zeit und die alte Judenstadt Prags auferstehen lässt. Erst im Laufe des Buches merkt man langsam, dass es sich um Kapitel einer, nicht chronologisch erzählten, Romanhandlung handelt. Wenn man nun versucht,den Zusammenhang der Kapitel herzustellen, beginnt man erst den Beitrag eines jeden zuvor gelesenen Kapitels zur Romanhandlung zu verstehen und den Roman im Kopf zu konstruieren. Leo Perutz hat an diesem Roman von 1924 bis 1951 geschrieben und es stand oft offen, ob er ihn überhaupt beendet. Ich kann nur sagen: Ein Glück hat er es getan, denn es ist ein Meisterwerk geworden.

Fazit:

Romantisch,lustig,spannend,lehrreich,einfach schön… hach!

Meine Bewertung:

ISBN: 3899190483
Vitalis Verlag GmbH
Dezember 2003 - gebunden - 270 Seiten
‘Bibliotheca bohemica’.

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Theodor Fontane - Unterm Birnbaum

Verfasst von Esther am Juni 3

Kurzbeschreibung:

Unterm Birnbaum findet der Krämer und Schankwirt Abel Hradschek beim Umgraben die verweste Leiche eines französischen Soldaten. Der Fund wird zum Anlaß, einen raffinierten Mordplan auszuführen. Doch die Untat wird dem geldgierigen Hradschek und seiner Frau zum Verhängnis. Fontanes Kriminalerzählung aus dem Oderbruch erfreut sich noch heute besonders großer Beliebtheit als Klassenlektüre.Theodor Fontane (1819 - 1898 ) ist und bleibt der berühmteste Repräsentant des bürgerlichen Realismus.

Meine Meinung:

Unterm Birnbaum ist eindeutig ein Fontane. Schreibstil und Handlung lassen dies deutlich erkennen. Es ist eine gut konstruierte, spannende Geschichte mit gesellschaftskritischen Aspekten und Anspielungen und auch ein interessanter Spiegel der Kriminalistik zur Zeit Fontanes. Ich bin ja seit “Effi Briest” ein eingefleichter Fontanefan, dieses Werk ist jedoch mit Sicherheit noch lange keines seiner besseren. Gestört hat mich besonders das Plattdeutsch, welches einen immer wieder aus dem Konzept gebracht hat, weil es schwierig zu lesen und verstehen war und auch die Charaktere hatten wenig Tiefgang. Nur die Jeschke hat mir gut gefallen, ich konnte mir die alte Hexe gut vorstellen.
Ich habe “Unterm Birnbaum” seinerzeit in der Schule lesen müssen und es in sehr schlechter Erinnerung behalten. Natürlich ist das Buch weit besser, als in meiner Erinnerung, allerdings dann doch etwas schlechter, als meine Hoffnung war.

Meine Bewertung:

ISBN: 3423123729
Herausgegeben von Helmut Nürnberger
DTV Deutscher Taschenbuch
September 1997 - kartoniert - 150 Seiten
‘dtv - Taschenbücher’.

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Sandor Marai - Die Glut

Verfasst von Esther am Juni 3

Kurzbeschreibung:

Nach einundvierzig Jahren erwartet der zurückgezogen lebende General den Besuch seines Jugendfreundes Konrád. Henrik und Konrád waren, trotz ihrer unterschiedlichen sozialen Herkunft, in der Schule und beim Militär unzertrennlich. Auch später, als Henrik die schöne Krisztina zur Frau nimmt, scheint ihre Freundschaft harmonisch. Bis zu dem Tag, als die beiden Männer zur Jagd gehen und Henrik spürt, wie sein Freund auf ihn anlegt und zielt. Mit diesem Ereignis ändert sich das Leben der drei. Wußte Krisztina von dem geplanten Anschlag? Hatte sie vielleicht sogar ein heimliches Verhältnis mit Konrád? Sie spricht bis zu ihrem Tod kein Wort mehr mit Henrik. Jetzt, nach einundvierzig Jahren, hat er immer noch Fragen, auf deren Beantwortung er geduldig wartet.

Meine Meinung:

“Die Glut” hat mich tief beeindruckt! Marai ist für mich ein absolut begnadeter und unvergleichlicher Schriftsteller. Die Geschichte der beiden Jungen, die sich finden und lieben, wie Brüder; der eine reich, der andere arm, ist an sich schon interessant und sehr schön zu lesen. Was einen allerdings nicht mehr loslässt ist die Tiefe der Figur des Generals, den er, mit all seinen Gedanken, seiner einundvierzigjährigen geistigen Entwicklung so darstellt, dass man trotz der Kürze des Buches, totalen Einblick in dessen Geist und Gefühle hat. Die Weisheit, die der General aus seinem Leben geschöpft hat, nimmt man auch für sich gerne an. Dieses Buch ist weiterhin ein gut gezeichnetes Portrait seiner Zeit, vom Kaiserreich bis zum zweiten Weltkrieg…

Fazit:

Marai ist für mich eine tolle neue Entdeckung und ich möchte gerne noch viel mehr von ihm lesen !

Meine Bewertung :

ISBN: 3492233139
Übersetzt von Christina Viragh
Piper Verlag GmbH
April 2001 - kartoniert - 223 Seiten
Originaltitel: A gyertyak csonkig egnek.
‘Serie Piper’.

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Jane Austen - Stolz und Vorurteil

Verfasst von Esther am Juni 2

Klappentext:


Aus dem Englischen von Andrea Ott. Mit einem Nachwort von Elfi Bettinger. Nicht weniger als fünf Töchter haben die Bennets standesgemäß unter die Haube zu bringen. Kein leichtes Unterfangen für eine Familie auf dem Lande, die nur über ein bescheidenes Vermögen verfügt. Ausgerechnet die intelligente Elizabeth, das Lieblingskind des Vaters, erweist sich als besonders schwieriger Fall. So schlägt sie den Antrag eines wohlsituierten Pfarrers aus. Neue Hoffnungen schöpft die Familie, als der attraktive Gutsbesitzer Darcy, ein Junggeselle aus besten Kreisen, im benachbarten Herrenhaus zu Gast ist. Doch seine stolze Zurückhaltung wird ihm als Standesdünkel ausgelegt. Auch Elizabeth lässt sich vom äußeren Anschein täuschen. Erst als sie ihre Vorurteile und Darcy seinen Stolz abzulegen lernt, kann sich das Hochzeitskarussell wieder drehen. In ihrem zweiten und populärsten Roman, 1813 erschienen, zeichnet Jane Austen Figuren von unübertroffener Lebendigkeit.

Meine Meinung:

Schon wieder ein wundervolles Buch!
Zwar das ganze Gegenteil von Emily Brontes “Sturmhöhe”, aber fast ein ebensolches Meisterwerk.
Es gibt eigentlich nur wundervoll gezeichnete Charaktere, die Zeit ist gut portraitiert und auch die Story ist gut konstruiert. Man möchte nichts lieber, als bei den Bennets ein paar nette Wochen auf dem Lande zu verleben.
Ich muss wohl nicht betonen, wie gerne ich im Verlauf des Lesens Mrs.Darcy geworden wäre.
Dieses Buch ist zurecht ein Klassiker!

Meine Bewertung:

ISBN: 3423123508
Übersetzt von Helga Schulz
DTV Deutscher Taschenbuch
Juli 1997 - kartoniert - 452 Seiten
dtv - Taschenbücher

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Emily Brontë - Die Sturmhöhe

Verfasst von Esther am Juni 2

Original Blogpost vom 26.08.2006

Kurzbeschreibung :

Handlungsorte des Romans, der die Geschichte zweier Familien über zwei Generationen erzählt, sind die ländlichen Besitztümer Wuthering Heights und Thrushcross Grange. Das Findelkind Heathcliff ist durch eine tiefe Seelenverwandtschaft mit Catherine, der Tochter des Ziehvaters Mr. Earnshaw, verbunden.
Doch Catherine heiratet den Gentleman Edgar Linton. Nachdem Heathcliff unter mysteriösen Umständen reich geworden ist, nimmt er Rache an Linton und Catherines Bruder Hindley, der ihn in seiner Jugend zum Außenseiter degradiert hat. Nach Catherines frühem Tod wird Heathcliff in seinen Träumen von ihrem Geist heimgesucht…

Meine Meinung:
Ich kann sehr gut verstehen, dass dieses Buch im 19. Jahrhundert für Aufregung gesorgt hat,es ist schon sehr außergewöhnlich für diese Zeit.
Der Roman ist voller düsterer Romantik und gefährlicher Leidenschaft.
Man blickt in die Abgründe der menschlichen Psyche, gesellschaftliche Konventionen dieser Zeit werden ad absurdum geführt.
Das war sehr mutig und vor allem auch sehr wichtig, denn Emily Brontë hat mich diesem Werk sicher einen Meilenstein der Literatur erschaffen.

Da ich zuvor Jane Austen gelesen habe, kann ich nur sagen,der Unterschied könnte kein grösserer sein.
Die Erzählperspektiven sind sehr effektvoll eingesetzt und machen das Buch dadurch sehr kurzweilig. Brontë bewahrt, mit ihrem Schreibstil, zu den Protagonisten immer eine gewisse Distanz, die man auch benötigt, um das Geschehen richtig begreifen zu können.
Die Charaktere sind sicher keine Helden,oder Sympathieträger, diese werden auch zum Storyline gar nicht benötigt, wären fast schon störend.
Ich fand sie sehr tiefgründig und umfassend beschrieben, niemals eindimensional.
Es wird sehr spannend beschrieben, wie Heathcliff durch seinen Lebensweg in der Kindheit zum Tyrannen, der übelsten Sorte, wird.
Catherine Earnshaw ist die einzige Person,die einen Zugang zu seinen Gefühlen hat, und sie nutzt es sicher nicht immer zu seinem Besten.
Sie ist selbst ein völlig widersprüchliches Wesen. Dieses Gemisch ist hochexplosiv und so kann es nur fatal mit den beiden enden…

Mir hat dieses Buch wirklich sehr gut gefallen, ich habe jede Seite genossen. Für mich ein Meisterwerk!

Tante Edit:

Ich habe es wirklich selten erlebt, dass ein Roman so nachwirkt wie dieser. Ständig habe ich Heathcliff und Cathy vor Augen. Die Romantik und Tragik der Geschichte wird immer deutlicher und intensiver, je mehr ich darüber nachdenke.
Ich glaube ich bin besessen..

Meine Bewertung:

 

Originaltitel: Wuthering Heights
ISBN: 3538054096
Übersetzt von Michaela Meßner
Artemis & Winkler Verlag
September 2000 - gebunden -
502 Seiten

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