Verfasst von Esther am Mai 24
Faszinierender Einblick in die dunkle Seite der Lust
Mal etwas gutes aus dem Hause U-Books. Ein Buch, dass einen gefangen nimmt, im wahrsten Sinne des Wortes.
Inhaltlich handelt der Roman von Clara und ihrem Coming-out als Submissive. Der Roman beginnt mit Claras erster Session mit dem ihr bis dato völlig unbekannten Dom Falk. Dort hin getrieben von der Fremden in ihr, in Clara, die sich nach Unterwerfung, Demütigung und Schmerzen sehnt.
Anfangs als zwei Persönlichkeiten im Hader noch streng getrennt findet Clara immer mehr zu der Fremden und schließlich werden sie eins, nicht zuletzt durch die Erziehung ihres Doms Eric, dessen Eigentum sie bald wird. Sie verlässt die Sicherheit ihres bisherigen Lebens als Hausfrau, um sich ihm völlig hinzugeben.
Ein paar kleine logische Fehler, Ungereimtheiten und offene Fragen in der Story kann man schon entdecken.
- Was trieb Clara in Falks Hotelzimmer? Ein klein wenig Vorgeschichte wäre interessant gewesen.
- Wie kommt der spießige, langweilige Ehemann so flux an den Kontakt zu Dom Eric? Warum gleich dieser krasse Schritt? Ohne Diskussionen, ohne weitere Worte?
Davon allerdings abgesehen findet man in die Gier der Fremden ein tolles Psychogramm einer
Devoten, mit Beschreibungen ihres Lebens und ihrer Lust die nichts auslassen und oft auch über die Grenze des Erträglichen gehen. Und doch geschieht es, dass einen die Szenen erregen, auch wenn man die Lust in diesen Abgründen und in diese Heftigkeit in der Realität ablehnen würde. Es wühlt einen beim Lesen schon sehr auf, man schwankt zwischen Abscheu und Lust. Zwischen Mitleid und voyeuristischer Geilheit.
Ein empfehlenswertes Buch für alle, die gerne die andere Seite der Erotik kennenlernen wollen und nicht vor deftigen Beschreibungen zurückschrecken.
Meine Bewertung:

ISBN: 3866080808
Ubooks GbR
April 2008 - kartoniert - 115 Seiten
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Verfasst von Esther am Mai 24
Das Erstlingswerk von Daria Charon kann nicht recht überzeugen
Zumindest nicht nach der Lektüre ihres zweiten sehr gelungenem Roman „Die Nichte der Marquise“. Der Debütroman gleicht dann doch noch arg einem gewöhnlichen Nackenbeisser.
Zunächst einmal zum Inhalt:
Siebenbürgen, Ende des 17. Jahrhunderts: Ein Pakt verpflichtet das Städtchen Allershausen, den Herren der Wolfensburg alle 25 Jahre eine junge Frau zu übergeben. Doch dieses Mal verlangen die Wolfsmänner drei Frauen. Die Ratsherren schicken ihnen drei Dirnen. Als der Betrug auffliegt, fordern die Wolfsmänner wutentbrannt ihr Recht. Um ihre jüngere Schwester Samara zu schützen, geht Viola Brugger mit ihnen. Auf der Wolfensburg angekommen, wird sie in einen Strudel aus Hass, Leidenschaft und Begierde gerissen, in dessen Mittelpunkt der geheimnisvolle Mann mit der Maske steht, Kyrian Lupanescu, der Weiße Wolf …
Das klingt alles geiler als es eigentlich ist, die Idee ist zwar gut, aber die Handlung plätschert so leicht vor sich hin. Keine Highlights im Spannungsaufbau halten einen bei der Stange, keine erotischen Feuer, nichts. Eher im Gegenteil: langweilige, fade Protagonisten und vorhersehbarer Verlauf. Der Roman holpert auch, weil er einfach zu kurz ist, die Handlung hätte zum Spannungsaufbau 200-300 Seiten mehr gebraucht. So wird alles im Eilverfahren abgebügelt. Man lernt Protagonistin Viola nicht richtig kennen, ebensowenig wird Kyrian vorgestellt. Die ausbaufähige Geschichte mit der Hure Marie kommt gar nicht zum Zuge.
Fazit:
Trotz aller Mängel in dem Roman, gehe ich allerdings weiter von einer interessanten und entwicklungs- und steigerungsfähigen Autorin aus, gerade da der zweite Roman von Charon so gut gelungen ist . Ich hoffe einen furiosen dritten Roman und werde die Autorin im Auge behalten.
Meine Bewertung:

ISBN: 3404157605
Luebbe Verlagsgruppe
Oktober 2007 - kartoniert - 206 Seiten
'Bastei-Lübbe Taschenbücher'.
Veröffentlicht in Erotisches, Historisches, Rezensionen, Schmachtfetzen | Verschlagwortet mit : Erotik | 2 Kommentare »