Bye, bye Linientreu – Das Berliner “Treu” schliesst seine Pforten
Verfasst von Esther am März 20
Ein Nachruf
Ich sterbe ein bisschen, denn die Discothek Linientreu in der Budapester Straße ist sozusagen ein Teil von mir. Ein Scheidepunkt, ein Schicksalsort. Es gibt wenige Orte im Leben, die so voller Erinnerungen ( die besten, wie auch die schlechtesten ) sind. Von 1989-1995 habe ich hier einen großen Teil meiner Jugendzeit verbracht. Hier habe ich in der Pubertät einen wichtigen Teil meiner Identität gefunden, später dort gearbeitet, fast dort gewohnt, meine erste große Liebe kennengelernt (*wink* zu meinem lieben Dimo), meine krassesten Erfahrungen gemacht (Sex and Drugs and Tuxedomoon, *wink* @ Gogo) und hier habe ich meinen jetzigen Ehemann zum ersten Mal geküsst…
Mein erster Besuch im Treu mit 16, da gab es noch die Mauer (kennt die noch einer ?
), war quasi eine Offenbarung. Die Leute, die düstere Atmosphäre, die dunkelschwarze Musik… wow! Glück! Auch in Techno-Tagen bin ich dem Treu dann treugeblieben (leider? ).
Und nun sitz ich hier in meinem selbstauferlegten Exil an der Saar und kann nicht mal Abschied nehmen. Vielleicht ist es auch besser so, ich will gar nicht sehen was aus dem Ort geworden ist. Er bleibt so in meiner Erinnerung, wie er einmal war: Meine einmalige düstere Tanzarena.
Tja, das Leben ist eben ein Fluß, das wird mir durch solche Ereignisse, wie das Verschwinden solcher Orte, immer wieder bewusst.
Bye, Bye Linientreu! ![]()

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tinius sagte
Schade ist’s. Allerdings war meine Zeit dort erheblich früher, Anfang der 80er, aber wann genau, kann ich nicht mehr erinnern. Die später dann regelmäßigen Revivalparties habe ich nie besucht, zumal ich mit knapp 50 dann doch zu alt für Diskotheken bin. Zu laut, zu eng – und mein Drang, mich tanzend zu präsentieren (ich hab da echt Show gemacht), ist eh dahin. Ich blogge jetzt lieber. Außerdem : die Zeit ist unwiederbringlich fort. Die Atmosphäre ist auch bei derselben Musik, die immer noch zu der prägendsten Musik meines Lebens gehört, kann nicht wiederhergestellt werden. Die Zeiten sind andere (und ich habe vergeblich gehofft, daß die danach folgenden Jahrzehnte – fast drei sind es jetzt – eine für mich ebenso stimmige Musikrichtung entwickeln würden. Stattdessen erschöpfte es sich in Recycling – auch der 80er -, Simplifizierung der elektronischen Musik auf bpm und einen sich schnell totlaufenden Rap – Hype, der dann in D auch noch pervertiert wurde). immerhin wohne ich noch immer in Berlin.
LG tinius
Esther sagte
Ach nee, Du auch?
). Die Schließung hat mich mehr berührt aufgrund der reinen Tatsache, dass eben alles vergeht, und damit wir ja auch immer ein Stückchen mit.
Du hast natürlich recht, ich würde mich jetzt auch nicht mehr in Discogetümmel stürzen (und ich blogge jetzt ebenfalls lieber
Ich bin nicht mehr der selbe Mensch wie damals, ist doch komisch…
Über die Ausbeutung der genialen und kreativen Musik von damals zu Bumm-Bumm-Gedröhne brauch ich wohl nichts mehr zu sagen, sie tut mir immer wieder weh. Als würde einer ein Sakrileg begehen.
LG
Esther
tinius sagte
Ach, es wäre doch fürchterlich, hättest Du Dich in den fast zwei Jahrzehnten nicht verändert !
Solange es nachvollziehbare Entwicklunglinien gibt, kann die Vergangenheit dennoch eingemeindet werden. Die Vergänglichkeit, das Unrettbare ist dann auch eher mein Problem, zumindest insofern als es mich dann auch – zunehmend und dringlicher – an die Endlichkeit meines Lebens gemahnt. LG tinius
John-Patrick Berger sagte
In meiner Erinnerung bleibts ein wunderbar düsterer Ort, wo selbst in meiner düstersten Zeit eine Märchenprinzessin die Welt nicht ganz so düster erschienen ließ.
Esther sagte
Es ist doch ein komisches Gefühl, wenn ein Ort, der in Deinem Leben eine wichtige Rolle gespielt hat einfach nicht mehr existiert. Weg! Nur noch Erinnerung und Deine Enkel gähnen, wenn ihr daran vorbeispaziert und Du erzählst: Hier war früher einmal… Naja, ich bin halt eine Nostalgikerin…
John, Du weist ja wie sehr ich mit dem Treu verwurzelt war. Aber ich habe mich ja schließlich auch nicht umsonst und völlig freiwillig umgepflanzt.
Berlin wird für mich immer glatter, ich vermisse die Atmosphäre, die noch zu Mauerzeiten herrschte. Die Hinterhofkonzerte, die Szene, das besondere Berlin…
Wanda44 sagte
Kennst du den Ort wo jeder lacht!!!!??? Der aus kindern “Druffi´s” macht, das ist das Treu der Ort der jungend zerstört Geist und jede Jugend!!! Machts guti ihr alle war ne´Bomben Zeit mich euch allen!!! HEUL HEUL bye Lord wanda
BastelBasti sagte
Treu 4 ever . waren die geilsten parys die es in berlin je gegeben hat und je geben wird. wer da nicht war hat was verpast. es wir in meinem herz immer weiter leben . war geil mit euch allen