Verfasst von Esther am Februar 22
Den ersten Abbruch eines Buches in diesem Jahr habe ich dem grandiosen Schreibwerk von Anita Isiris zu verdanken. Das Wort, das meine Meinung zu dem Buch beschreibt, könnte man höflich wiefolgt umschreiben: Zwar braun, wie Schokolade, aber doch nicht so wohlriechend und genau wie der Titel des Buchs beginnt es mit Sch…. Ich habe selten etwas schlechteres gelesen. Unsinnig, unrealistisch, unerotisch, sexistisch (ja, Frauen können das jetzt auch). Ich habe mich sehr geärgert.
Ich habe mich durch 4 Geschichten gequält, dann aber entnervt aufgegeben und ich habe das Gefühl über den Tisch gezogen worden zu sein. 14,90 € für billiges, klischeetriefendes Geschreibsel. Zum Glück konnte ich das Buch noch für einen annehmbaren Preis verkaufen, so dass sich der finanzielle Verlust zumindest in Grenzen hält.
Zu dem Inhalt der Geschichten könnte man viel bemerken. Ich gehe jetzt nur mal auf die Titelgeschichte ein. In dieser besteht die Erotik darin, dass ein Mann fixiert auf Muschis ist, ein Muschi-Fetischist – und nebenbei Bäcker. Irgendwann hat er die fixe Idee eine Muschi in Schokolade zu gießen. Also heiße Schokolade ruff uff die Mu (aua!), auskühlen und anschauen, oder essen (hmmm, lecker! besonders die mit eingeschlossenen Körperflüssigkeiten, Keime, Hautschuppen etc.
). Um diesen Traum zu verwirklichen gibt er ein Inserat auf. Einer Dame, die sich meldet, erklärt er seine Intentionen. Die lässt es zwar machen (klar würde das nicht jede Frau???), ist hinterher aber froh lebendig entkommen zu sein (???? Ach, nee! Unsinn! ????). Das Ende ist dann der Knaller: Der Typ stirbt beim anschließenden Masturbieren am Herzinfarkt. Ein furioses Finale!
Die anderen Geschichten stehen in nichts nach.
Nee, also: Wer nach der Erotik des schönen Covers sucht ist hier fehlgeleitet und dem rate ich sein Geld zu sparen. Finger weg!
Meine Bewertung:

ISBN: 3981143418
Schoeninger & Schlage GbR
Oktober 2007 - kartoniert - 188 Seiten
Erotische Geschichten
Paperback
Veröffentlicht in Sonstige Rezensionen | 14 Kommentare »
Verfasst von Esther am Februar 20
Székely lässt das Ungarn der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auferstehen, um es anschließend gnadenlos niederzureissen.
Wer bei dem irreführenden Cover des Romans der Verlockung erliegt und auf einen verklärenden, romantischen Schmachtfetzen hofft, wird bei der Lektüre von Székelys gnadenlos gesellschaftskritischen Roman, mit seinen unbarmherzig ehrlichen Beschreibungen von Armut und Klassengesellschaft, ein böses Erwachen erleben.
Székely lässt Protagonist Béla in seinem autobiographisch gefärbten Roman durch die Hölle gehen.
In der ungarischen Provinz gibt Bélas junge Mutter den unehelich gezeugten Jungen in eine Art Heim für arme Bankerte und zieht nach Budapest, um dort zu arbeiten. Sie hat kaum eine Bindung zu dem Jungen.
Betreut von der, ihm nicht sehr wohlgesonnenen, geldgierigen ehemaligen Hure Tante Rozika, wird der Junge in schlimmster Armut und Hunger groß. Liebe und Geborgenheit sind ihm fremd und machen ihn sogar Angst, wohl aber kann er Prügeln und lernt zu überleben. Trotz all dem hat Béla ein großes Bedürfnis nach Wissen und schafft es bald sogar die Schule besuchen zu dürfen. Er entpuppt sich als einer der gelehrigsten Schüler der Schule.
Nach dem er eines Tages, in einem besonders harten Winter, beim Diebstahl von Schuhen erwischt wird, muss Béla das Dorf verlassen und muss zu seiner Mutter, mit der er jahrelang keinen Kontakt mehr hatte, nach Budapest ziehen. Anfangs scheint der Junge von der Veränderung in seinem neuen Leben und von der großen Stadt begeistert. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass die Mutter in sehr ärmlichen Verhältnissen lebt und Béla auch die geliebte Schule fortan nicht mehr besuchen darf, sondern eine Lehre in einem Hotel beginnen muss. Die Träume des Jungen zerplatzen, nur der Wunsch dieser Armut zu entkommen treibt ihn voran.
In dem Hotel lernt Béla erstmals die andere Seite kennen, Reichtum und Dekadenz, die ihn zunächst magisch anzieht; verkörpert von der Exzellenz, einer betörend schönen, aber ebenso unberechenbaren Dame der High Society. Der junge Mann schwankt zwischen den Welten der schlimmsten Armut und des Reichtums. Als seine Exzellenz ihn zu ihrem Geliebten macht erliegt er schließlich der Welt des Glanzes und droht dabei sich selbst zu verraten und zu zerstören.
In dem 800 Seiten langen Roman lässt Székely dem Leser viel Zeit und Raum, um den jungen Béla genauestens kennenzulernen. Die Kindheit des Jungen und auch seine Gedanken lassen den Leser nicht mehr los. So fühlt man sich denn auch sehr verbunden mit Béla, man versteht ihn, leidet und bangt mit ihm. Verlockung ist eine stilistisch einfach gehaltene Geschichte, aber mit berauschender Gedankenfülle und einmalig plastischen Bildern. Székelys Wut und Ohnmacht über die Zustände zu jener Zeit in seinem geliebten Heimatland scheint in jeder Zeile durch. Oft ist der Roman dadurch auch sehr sozialkritisch und/oder politisch. In einigen Monologen schreit der Autor förmlich: Schaut auf mein Land! Seht was wir durchgemacht haben und noch immer durchmachen! Der Leser wird in diesem Buch nicht in Watte gepackt, er wird mit der harten Keule traktiert.
Auch heute ist das Buch noch sehr aktuell und einigen Menschen in meinem Umfeld würde ich dieses Buch gerne zur Pflichtlektüre machen. Vieles hat dieses Buch in mir bewirkt.
Das Buch ist uneingeschränkt als Meisterwerk weiterempfehlen! Daher:
Meine Bewertung:
++
ISBN: 3442735106
Übersetzt von Ita Szent-Iványi
Btb
Juni 2007 - kartoniert - 816 Seiten
Originaltitel: Kisértés.
Veröffentlicht in Belletristik allgemein, Historisches, Klassiker, Rezensionen | 4 Kommentare »
Verfasst von Esther am Februar 13
Zunächst einmal: Bis dato (habe gerade Halbzeit im Buch) kann ich sagen, dieses Buch ist herrausragend! Eine stilistisch einfach gehaltene Geschichte, aber mit berauschender Gedankenfülle und einmalig plastischen Bildern. Protagonist Bélas fatale Lebensumstände, die verheerende Armut, mahnen mich auf strengste an. So hadere ich denn schon seit Tagen (sicher nicht zum ersten Mal, aber sehr intensiv) mit dem Leben, das wir alle führen. Hadere mit dem Überfluss, dem Konsum, ja, der Dekadenz und vor allem mit der Selbstverständlichkeit des Reichtums in unserer Zeit, in unseren Gefilden. Mein Sohn schmeisst mit gelassener Selbstverständlichkeit den angebissenen Apfel in den Mülleimer, ich selbst leiste mir irgendwelche Unsinnigkeiten, die weder wärmen noch satt machen (und jammere oft noch, dass ich nicht noch dieses oder jenes kaufen kann). Im Radio und Fernsehen dudelt die Werbung ihr unbarmherziges Mantra: „Kauf! Kauf! Kauf!“.
Dann werden die Gedanken von meinem kleinen, meinem unbedeutenden, Leben angefangen, immer globaler. Ich betrachte die Müllberge, pestizitbenässte Gemüsefelder, gentechnische Mutationen, sehe die Berge an Fleisch, die wir verzehren. Fleisch zu dem wir keinen Bezug haben, das abstrakt und abgepackt im Supermarkt unserer Wahl auf uns wartet, ohne das wir uns die Finger schmutzig machen müssen. Die Ordnung der Natur gerät aus den Fugen, die Menschen verbreiten sich wie ein Geschwür auf dem Planeten.
(durchatmen)
Und dann gehen meine Gedanken zurück zu Béla, der halb ohnmächtig vor Hunger 12 Stunden arbeitet und acht Stunden zu Fuß für den Weg von und zur Arbeit täglich braucht. Der einen Freudentanz vollführt, als er endlich ein paar Schuhe an den Füßen hat. Und dann schäme ich mich.
Veröffentlicht in Ich lese gerade... | 13 Kommentare »
Verfasst von Esther am Februar 12
Den neuen Blog kann man jetzt auch unter www.philippe-claudel.de erreichen!! ich freue mich auf Euren Besuch!!
Veröffentlicht in Neuigkeiten | Kommentar schreiben »
Verfasst von Esther am Februar 11
Damit keiner denkt ich hätte keine Lust mehr zu bloggen in letzter Zeit gehabt: Dem ist nicht so!
Ich habe an einem neuen Blog über Philippe Claudel gearbeitet. Der Blog wird die Domain www.philippe-claudel.de haben. Momentan ist er aber noch HIER zu erreichen. Der Blog sucht noch Mitarbeiter und Co-Autoren, die ihre Rezensionen zu Claudels Büchern veröffentlichen wollen, Gedanken zu seinen Büchern, eigene Kurzgeschichten (vielleicht inspiriert von Claudel), kreative Ideen, News oder ähnliches. Bei Interesse kontaktiert mich einfach : salomesbuecher@googlemail.com.
Liebe Grüsse von der gespannten
Salome
Veröffentlicht in Neuigkeiten | Kommentar schreiben »
Verfasst von Esther am Februar 5
Sehr amüsant diese Umfrage. Ich habe sie mit Vergnügen verfolgt!
Mein liebsten Orte sind die Couch, das Bett, das Klo.
Und so sahen das die Befragten:
Spitzenreiter mit 24,4 % ist das Bett (schön bequem, aber die Einschlafgefahr ist leider immens
)
Die Couch erhält 14,4 %, gefolgt vom Klo (aha! seehr interessant, ich bin also nicht die Einzige…) mit 12,5 %. Küche und Schreibtisch werden von 10,6 % als Lieblingleseplatz benannt. In der Natur und sonstewo machen es 10 % (lesen! ), Schlusslicht ist die Badewanne mit 7,5 %
Veröffentlicht in Rund ums Buch | 8 Kommentare »
Verfasst von Esther am Februar 5
Dieter Nuhr wirft in seinem Buch einen spöttischen und kritischen Blick auf das Thema Glauben.
Eine humorvolle Reisebeschreibung hat Herr Nuhr da verfasst, die wie gesagt das Thema Glauben in aller Welt, dessen Eigenheiten und Traditionen aufgreift. Dazu gibt es jede Menge bunter Bildchen mit nen lustigen Spruch dazu. Teils recht interessant und amüsant zu lesen, jedoch erschien Nuhr mir doch auch oft als Besserwisser und Besserwessi, was dem Ganzen einen schalen Beigeschmack gab. Seine Abhandlungen über Gott und die Welt sind ebenfalls nett zu lesen, bringen jedoch sicher keine neuen Erkenntnisse, allenfalls ein Schmunzeln. Das man Glauben hinterfragen soll und besser keinem Menschen traut, der glaubt das nur sein Glauben Wissen bedeutet und allgemeingültig ist, ist mir bekannt und sollte auch anderen Menschen, die Nuhrs intelligenten Humor mögen und seine Bücher kaufen, klar sein. Von daher : Keine umwerfenden Erkenntnisse. Ich denke (oder hoffe ?) aber auch, dass Nuhr diesen Anspruch nicht hatte.
Zu Beginn seines Buches stellt Nuhr die Frage: Worum geht`s eigentlich? Seine einfache Antwort : Keine Ahnung!
Und der Leser? Ist er nach dem Lesen des Buchs der Grundfrage aller Erkenntnis auf die Schliche gekommen? Nööö! Sag ich mal ganz klar! Aber dennoch hat er sich sicher ganz gut amüsiert.
Als bekennender Fan von Kaberettist und Komiker Nuhr bin ich allerdings enttäuscht. Von dem Esprit seiner Bühnenauftritte konnte ich nicht viel merken. Ich denke nicht, dass ich mein Geld nochmals für eines seiner Bücher investiere. Lieber sehe ich ihn weiter in der Glotze, wo er mich wunderbar witzig unterhält.
Meine Bewertung:

ISBN: 349962284X
Rowohlt Taschenbuch Verlag
Oktober 2007 - kartoniert - 187 Seiten
rororo Taschenbücher
Zahlreiche Farbfotos
Veröffentlicht in Humor, Rezensionen, Zeitgeschichte & Gesellschaft | Verschlagwortet mit : Reisebeschreibung, Welt | Kommentar schreiben »