SALOMES BÜCHER

Leben und Lesen gegen den Strom

Archiv für August, 2007

Drinnen im Strauß

Verfasst von Esther am August 31

Der Abendhimmel leuchtet wie ein Blumenstrauß,
Wie rosige Wicken und rosa Klee sehen die Wolken aus,
Den Strauß umschließen die grünen Bäume und Wiesen.
Und leicht schwebt über der goldenen Helle,
Des Mondes Sichel wie eine silberne Libelle.
Die Menschen aber gehen versunken tief drinnen im Strauß,
Wie Käfer trunken und finden nicht mehr heraus.

 

Dieses wundervolle Gedicht stammt von Max Dauthendey

(* 25. Juli 1867 in Würzburg; † 29. August 1918 in Malang auf Java)

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Hanns-Josef Ortheil - Das Verlangen nach Liebe

Verfasst von Esther am August 30

Das Verlangen nach Liebe, führt den Leser in Hanns-Josef Ortheils neuem Buch ins herbstliche Zürich. Denn hier lässt Ortheil seinen Protagonisten, den Konzertpianisten Johannes, durch Zufall auf seine Jugendliebe Judith, jetzt bekannte Kunsthistorikerin, treffen.

Zunächst versteckt sich Johannes als er Judith entdeckt, doch er ist gleich so gefangen von der Beobachtung seiner großen Liebe und ihren vermeintlichen oder möglichen Veränderungen, dass er sie noch eine Weile durch Zürich verfolgt. Er wagt es allerdings nicht sie anzusprechen.
Tags darauf ist es dann Judith, die Johannes in einem Café wiederentdeckt und ihn anspricht. Beide sind von diesem Treffen überrascht und überwältigt, finden jedoch schnell ihre Vertrautheit wieder. Für das ehemalige Paar schließt sich hier nun ein Kreis. In Zürich nämlich verbrachte das junge Paar vor achtzehn Jahren auch seinen ersten Urlaub. Dieser Ort ist also ein Schlüssel zu den Schicksalen und der Liebe der beiden.
Die Magie ihrer Liebe ensteht wieder neu, beide schwelgen in ihren gemeinsamen Erinnerungen, doch kann man an eine Liebe, die achtzehn Jahre lang pausierte, nahtlos anknüpfen?

Ortheil ist auf jeden Fall ein guter Erzähler. Er beschreibt das Denken und Fühlen des Pianisten Johannes anschaulich und in aller Ausführlichkeit, besitzt dabei ein Gefühl für stimmungsvolle Szenerien und eine sehr saubere Sprache, die genau den richtigen Ton zu treffen vermag. Diese Sauberkeit ist auch allgemein eine Auffälligkeit in diesem Roman. Hier gibt es keinen Schmutz, keine menschlichen Abgründe, keine Armut. Alles scheint hochglanzpoliert. Konzerthallen, Kunstgalerien, gehobene Gastronomie und Hotels, schöne von herbstlichen Sonnenlicht durchtränkte Gässchen und Orte, ebenso traumhaft und makellos wie die Protagonisten des Romans.

Besonderen Wert legt Ortheil in seinem Roman auf Speisen und Getränke, die immer wieder eine große Rolle spielen. Sei es als Mittel zur Erweckung von Erinnerungen der Protagonisten, oder als ein Spiegel ihrer Sinnlichkeit. Auch sind häufige Exkurse in die Welt der Musik und der Kunst ein wichtiger Bestandteil der Geschichte, was angesichts der Berufe des Paares auf der Hand liegt.

So kann man denn abschließend zu Ortheils Verlangen nach Liebe sagen: Es handelt sich um einen niveauvollen, zuckersüßen Liebesroman, der sich gut liest und unterhält.

Meine Bewertung:

mit :wink:

 

ISBN: 3630872638
Luchterhand Literaturvlg.
August 2007 - gebunden - 400 Seiten

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Ein Interview mit Philippe Claudel…

Verfasst von Esther am August 29

… und eine Rezension über Claudels neues Buch “Le rapport de Brodeck”, kann ich Euch heute voller Stolz und dank der Genehmigung der Zeitschrift „La Vie“, sowie der tollen Übersetzung von TOM, präsentieren:

Rezension: (aus der Ausgabe 3234 von “La Vie”,
23.08.2007)

Dies ist die Geschichte eines Mannes namens Brodeck, der aus der Hölle zurückkehrt, ein Überlebender der Lager, der in seinem Dorf wieder Fuß zu fassen versucht, dort, wo niemand von der Angst vor dem Fremden, des Anderen geheilt ist. Ein Mord passiert und Brodeck muss alles erzählen, seinen „Bericht“ liefern. Mit „Le rapport de Brodeck“ könnte Claudel hier sein Meisterwerk in den Händen halten. Meisterhafter Aufbau, nüchterner und gleichzeitig bildhafter und lyrischer Stil, Personen, die einen beschäftigen weit über das Lesen des Buches hinaus: Claudel geht hier ans Äußerste der Kunst der Erzählung – eine noch höhere Meisterschaft als in „Die grauen Seelen“. Und verbunden mit dem puren Vergnügen am Roman auch philosophische und metaphysische Gedankengänge: Was macht einen Menschen aus? Einen Schriftsteller? Wie kann man aufrecht bleiben angesichts der Düsternis der Welt? Das Universum des Erzählers ist zutiefst tragisch und er zögert nicht, in den dunklen Hinterhöfen der Menschheit zu stöbern, und hier noch mehr als je zuvor. Doch bei Claudel bleibt die Liebe, trotz allem, der Hauptgrund zur Hoffnung. Von da her das Gefühl, das Licht inmitten der Kloake zu berühren, und Flügel zu gewinnen unter dem durch das Böse durchsetzten Himmel. Bereiten Sie sich auf einen großen Moment des Lesens vor!

Le rapport de Brodeck (Broché)
de Philippe Claudel (Auteur)
Broché
Editeur : Stock (22 août 2007)
Langue : Français
ISBN-10: 2234057736
ISBN-13: 978-2234057739

 

Interview:

 

Marie Chaudey: Ihr Roman ist zur selben Zeit verwurzelt in einem Dorf, einem Dialekt und hat doch die universale Dimension eines Märchens…

Philippe Claudel: Ich liebe es, verschiedene Sphären aneinanderzureihen. Es interessierte mich, Anhaltspunkte zu geben und sie gleichzeitig auch aufzuheben… Den Dialekt habe ich erfunden: es ist weder Elsässisch noch Platt, jenes in Teilen der Lorraine gesprochenen Deutschs. Um den Regen, den Geruch der Wälder, die Durchsichtigkeit der Bäche zu spüren musste ich meine Geschichte in einem Dorf ansiedeln, das ich mir im Herzen einer fiktiven, germanisch geprägten Gegend vorstellte. Und ich hatte immenses Vergnügen Brodeck der Erzähler zu sein, in diese Landschaft zu kommen: es war wie sich in eine dicke Decke einzuhüllen. So gibt es also diesen äußeren „Anzug“, die lokale Färbung, das Ländliche. Doch wenn er einige Gewänder zurückzieht, wird der Leser anderes sehen. Es ist ein rheinischer Roman, der auch die Fantasiewelt Zentraleuropas mit sich trägt, seine Märchen und Legenden, mit Personen, die von weither kommen. Die alte Fedorina hat den ganzen Erdteil auf ihrem Wägelchen durchquert, sie beinhaltet eine mythologische Dimension. Wie oft in meinen Erzählungen, habe ich ein Gleichnis aufgebaut. Ich war von Mythen durchtränkt und ich bleibe fasziniert von Homer.

M.C.: Gibt es nicht in ihrem Buch einen klaren Bezug zur Shoah?

P.C.: Dieser Roman schließt eine Trilogie ab, die ich mit „Die grauen Seelen“ und „Die kleine Tochter des Herrn Linh“ angefangen hatte. In diesen drei Erzählungen wollte ich die Ereignisse des XX. Jahrhunderts, die mich am meisten verfolgen, erforschen: der erste Weltkrieg; der Vietnamkrieg, den ich stets mit dem Khmer-Genozid (in Kambodscha) verbinde und schließlich der Nationalsozialismus. „Le rapport de Brodeck“ betrifft so also die Shoah, geht aber noch weiter. Für mich ist es vor allem die Erforschung des Unmenschlichen, das vorher existiert hat und weiter vorhanden sein wird. Es gab Pogrome seit Jahrhunderten und es wird weiterhin Nachbeben geben. Das Wort „Jude“ wird niemals im Roman ausgesprochen, da ich wollte, dass der Leser darin jeden Fremden, Ausländer wieder erkennt: jenen, der anders ist, der Andere. Das Buch geht von der Beobachtung einer Gesellschaft aus, die den anderen nicht toleriert. Es verweist also auf die Gegenwart. Wie empfängt man heute den Fremden? Ich mag es, die Leute dahin mitzuziehen, wo sie nicht unbedingt gegangen wären… Der rote Faden liegt in der Schuldhaftigkeit und dem Übermaß an Gedächtnis. Muss man sich an alles erinnern?

M.C.: Der erste Satz hat eine außergewöhnliche Kraft. Man merkt, dass er Sie mit sich gezogen hat…

P.C.: „Le rapport de Brodeck“ ist umfangreicher als die vorherigen Romane, doch alles ist im ersten Satz. Da könnte man aufhören… Ich bin ein Bewunderer des japanischen Gartens, der eine Zusammenfassung der Welt ist. Manchmal werden Bücher von einem Bild, einem Wort geboren. Tatsächlich bin ich eines Morgens aufgewacht mit jenem Satz im Kopf: „Ich heiße Brodeck und ich kann nichts dafür.“ Ich war sofort fasziniert von diesem Namen, Brodeck, durch seinen Lautcharakter. Das K lässt etwas wie einen Schnitt, eine Kreuzigung verstehen. Zur selben Zeit ist Brodeck jemand, der Geschichten webt (Wortspiel: broder -weben, sticken). Er wird von der Gesellschaft beauftragt zu erzählen. Doch als er seinen Beitrag abgibt, ist man sauer auf ihn, denn er hält den Spiegel der Wahrheit, der schwer ertragbar ist. Der Roman ist nur ein Widerhall der Wirklichkeit. Es ist kein Zufall, wenn in einem Land, das der Diktatur anheimfällt, die ersten Verurteilten und Gerichteten die Dichter und Intellektuellen sind. Da kann man an den Nationalsozialismus denken, aber auch den Stalinismus, an Mao, an Pol Pot, an Castro. Für mich ist Literatur von Grund her ein Akt des Widerstandes. Literatur ist immer entschieden engagiert. Brodeck beinhaltet die Schuld einer ganzen Gemeinschaft. Er ist ein Überlebender, zurückgekehrt aus dem Reich der Toten. Diejenigen, die ihn dorthin geschickt haben, haben keine Lust, ihn wieder zu sehen. Der Mythos will, dass man nicht aus der Hölle zurückkehrt, vor allem wenn man sich zu seiner Vergangenheit wendet. Brodeck hört nicht auf, zurück zu schauen um zu erzählen. Brodeck/Orpheus wird seine Eurydike wiederfinden. Doch sie wird nicht mehr ganz die selbe sein…

M.C.: Hatte er im Lager Recht, wenn er es annahm, ein Hund zu werden, Hund Brodeck?

P.C.: Er sagt ganz klar, dass es keine Demütigung darin gibt, Hund zu sein vor Menschen, die es nicht mehr sind: Wärter, die Wölfe geworden sind. Der Stolz des Menschen ist nicht da hinein zu legen. Brodeck ist grundsätzlich ein Gegenheld, doch er ist kein Feigling.

M.C.: Der Komplex des Überlebenden, ist dies ein ihnen nahes Gefühl?

P.C.: Ich lebe es in milderer Form…, doch er ist stets gegenwärtig. Ohne Unterlass sage ich mir, dass ich Glück habe das Leben zu führen, wie ich es führe, während andere, hier und woanders, krank werden, den Krieg durchmachen etc. Was habe ich gemacht, um mein Los zu verdienen? Und was haben sie gemacht? So unterhalte ich eine Form des Schuldgefühls. Ich betrachte den Schreiber als einen beständigen Schuldner: ich muss sagen und erzählen für jene, die es nicht können.

M.C.: Der Bericht, den Brodeck schreibt, stellt ihn herunter und verurteilt ihn, aber gibt ihm das Schreiben nicht auch seine Freiheit und seine Menschlichkeit zurück?

P.C.: Wie die Personen meiner vorhergehenden Romane ist Brodeck jemand, der plötzlich das Schreiben entdeckt. Als Förster war er, wie Barthes es ausdrückte, ein „écrivant“, ein bloßer Aufschreiber, der kleine Berichte über die Flora und Fauna ausbrütete. Dann wird er erbeten, jenen berühmten Bericht abzufertigen, der ihn übersteigt. Nun aber findet er eine dritte Form des Schreibens, jene des Schriftstellers: sie erlaubt ihm, ein schmerzhaftes Erleben in Worte auszudrücken, was er niemals zuvor hat machen können. Der Roman ist der Ort, wo es einem gelingt auszudrücken, was man nicht woanders hat sagen können. Viele Überlebende der Shoah haben jahrelang nichts ausdrücken können, die Worte fehlten um die Unmenschlichkeit auszudrücken. Das Überlegen über das, was die Literatur nach den Lagern konnte oder nicht – dieser berühmte Satz von Adorno – ist nicht fertig, abgeschlossen zu werden.

M.C.: Sie zitieren Primo Levi: „“Erzählen ist ein sicheres Heilmittel…“, doch Sie scheinen es auch zu bezweifeln…

P.C.: Erzählen ist paradoxal. Es ist das „pharmakon“ der Griechen, zur selben Zeit Gift und Heilmittel. Es gibt keine bessere Definition für das Schreiben: das, was vergiftet und heil macht. Indem er sich erzählt beunruhigt sich Brodeck vielleicht, doch er findet auch einen Frieden. Der Schreiber impft sich mit etwas (der Erinnerung), um das Böse zu bekämpfen. Gewisse meiner Romane sind dem Prinzip einer analytischen Kur sehr nahe.

M.C.: Ist das Schreiben Ihre persönliche Weise der Analyse?

P.C.: Ich glaube, ja. Doch wenn ich in meinen Texten tragisch bin, bin ich ansonsten eher ein bon vivant. Wäre ich in meinem Leben tragisch, schriebe ich vielleicht komische Texte. Es scheint, dass Woody Allen im Leben von unendlicher Traurigkeit ist… Ich hatte eine glückliche und überbeschützte Kindheit. Das war in der Lorraine, in jenem Dorf bei Nancy, wo ich immer noch lebe. Das Haus meiner Eltern war an den Feldern gelegen: es gab einen Fluss, Hänge mit Obstbäumen, einen Teich. Als ich in der Jugend die Welt wie sie mit ihren Ungerechtigkeiten ist entdeckte, war es ein Schock…

M.C.: Sie haben den Glauben verloren…

P.C.: Hätte ich weiterhin an die Existenz Gottes geglaubt, wäre ich viel zu sehr in Zorn gegen ihn gewesen. Ich habe es vorgezogen, mich zu enthalten. Das ist nicht strikt an die Shoah gebunden, aber es ist wahr, dass für mich Gott nicht zu vereinbaren ist mit solchen leidvollen Prüfungen. Die Tatsache, dass einige glücklich geboren werden, in Ländern im Frieden, während andere im Darfour zur Welt kommen und nur Elend und Tod kennen – welchen Sinn soll man darin sehen? Welche göttliche Absicht könnte diese Situation rechtfertigen? Was ich dahingehend toll fand an der katholischen Erziehung – die ich empfangen habe und die ich meiner Tochter gebe – dass sie Werte der Toleranz, der Liebe, der Menschlichkeit beinhaltet. Das einzige Element, das ich verloren habe, ist der Glaube. Ich habe das ganze Haus behalten, es fehlt nur das Dach… Das schöne Wort Religion (religare) versuche ich ohne Unterlass in meinem Beruf als Schriftsteller umzusetzen. Das Schreiben dient dazu, die Menschen zu verbinden und in meinem Leben versuche ich, ganz bescheiden, auf den anderen, den Nächsten zuzugehen, jener, der nahe bei einem ist und den man nicht sieht. Ich versuche ein Mensch zu sein, das heißt die positiven Werte, die in mir sind, hervorzuheben.

M.C.: Der Pfarrer in Ihrem Roman trinkt mehr als er denkt…

P.C.: Er ist ein Doppelgänger von Brodeck. Wie er ist er mit einem Zuviel an Erinnerung konfrontiert. Bei Brodeck wiegt das Gewicht der Geschichte. Beim Pfarrer ist es der intime Stoff aller Menschen: er hat alle Welt angehört und das Unerhörte gehört. An einem Punkt, überladen, kann er nicht mehr, um so mehr als dass er sich seiner Einsamkeit bewusst wird. Es handelt sich um jemanden, der in den Garten Gethsemani eingetreten ist und immer noch wartet. Er hat nach Gott gerufen und niemand antwortet.

M.C.: Kann man von einem Romanhelden wie Brodek sagen, dass er eine christusfigürliche Dimension hat?

P.C.: Ja,er ist jener, der sich für die anderen aussetzt, der für die anderen leidet. Der Roman erzählt, wie er sein Leiden erlebt hat. Ich hätte übrigens das Buch beinahe „Die Beichte von Brodeck“ genannt, aber der administrative Aspekt des Berichts hat letztlich Überhand genommen. Für mich sind übrigens viele Rockikonen – Jim Morrison, Jimmy Hendrix, Janis Choplin – christusfigürliche Personen: Menschen, die jung sterben, die ihr Leben aufbrauchen indem sie Bereiche erforschen, in die wir selbst nicht gehen, weil wir weder die Risikofreudigkeit noch das Talent haben. Brodeck ist an die Grenzen der Menschheit gegangen, er ist deren Abgeordneter, Gesandter. Er ist der Sündenbock, derjenige, den man kreuzigt.

M.C.: Sind Sie, ähnlich wie Nietzsche, ein Atheist, der vom Heiligen fasziniert ist?

P.C.: Das mag ein Sakrileg erscheinen, aber ich habe viel Freude dabei, meine Tochter zur Messe zu begleiten. Die wahre Revolte liegt heute vielleicht da. Genauso wie skandalös in der Literatur zu sein. Der wahrhafte Skandal ist nicht ein weiteres Buch über den Sex oder einen annähernd bösartigen Roman à la Houellebecq zu schreiben, aber Geschichten zu bilden, die nach nichts ausschauen und dahin führen, wohin niemand geht…

 

Source: www.lavie.presse.fr

 

 

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Das “bedrohte Wort des Tages”

Verfasst von Esther am August 27

Heute ist es :

Dauerlauf

(Jogging, Walking, Running… alles scheint sich besser zu verkaufen, als der arme alte Dauerlauf … ;) )

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Das “bedrohte Wort des Tages”

Verfasst von Esther am August 25

Heute ist es :

Diskothek

(heute zieht man die voll fett coole Bezeichnung Club vor)

 

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Wann wirds mal wieder richtig Sommer?

Verfasst von Esther am August 23

Du magst Klaus Kinski ? Und hast schon lange nicht mehr herzlich gelacht?
Dann sieh Dir das hier bitte an : (Achtung Fälschung ist möglich :lol: )

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Never judge a book by Its cover?

Verfasst von Esther am August 23

Dieser Spruch scheint sich als Farce zu enttarnen, wenn man denn den Ergebnissen meiner Umfrage glauben darf. Bis dato sind nämlich 38,89% meiner geschätzten Leserschaft gegenteiliger Meinung, sie halten das Buchcover für den ausschlaggebenden Faktor zum Buchkauf. Ich gestehe, ich bin doch einigermaßen erstaunt über dieses Ergebnis. Ist das Cover nicht einfach nur die Oberfläche? Ist es wirklich richtungsweisend, um einen guten Roman herauszufinden?
Erst an zweiter Stelle rangiert die Buchempfehlung von anderen Lesern (für die auch ich meine Stimme abgegeben habe). 0 Stimmen für das TV ! Das schreibe ich gleich mal an die Heidenreich zur Information, vielleicht gibt sie endlich ihre grässliche Sendung danach auf :lol:

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Sommerlied

Verfasst von Esther am August 22

wir sind die menschen auf den wiesen
bald sind wir die menschen unter den wiesen
und werden wiesen, und werden wald
das wird ein heiterer landaufenthalt

Ernst Jandl

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Jörg Böckem - Danach war alles anders - Suchtgeschichten

Verfasst von Esther am August 22

Jörg Böckem, Ex- Junkie und Journalist, führte selbst jahrelang ein Doppelleben, welches er in dem Bestseller Lass mich die Nacht überleben festgehalten hat. Nun hat er andere Suchtgeschichten in seinem Buch Danach war alles anders veröffentlicht.

Böckem hat mit diesem Buch aus dem breiten Spektrum von Suchtproblemen und Drogenkonsum einige Schicksale und Geschichten, die nach der Veröffentlichung von “Lass mich die Nacht überleben” in unzähligen Briefen und Gesprächen an ihn herangetragen wurden, herausgegriffen, nachrecherchiert und niedergeschrieben. Einen Querschnitt dieses breiten Spektrums darzustellen ist ihm dann auch wirklich sehr gut gelungen. Er erzählt sachlich, aber auch sehr feinfühlig die Geschichten dieser Menschen; von augenscheinlich suchtfreiem Gebrauch von Drogen, bis hin zu Alkoholismus, Heroinsucht, Essstörungen, drogenabhängige Müttern, Doppelleben, drogeninduzierten Psychosen und Drogentod. Er verwendet kurze Sätze, berichtet unpathetisch und unverblümt, nimmt aber stets merklich Anteil, wenn auch aus respektvoller Distanz. Dieser Stil ist für das Buch auch essentiell und macht es zum Lesen letztendlich unvergleichlich spannend und wirkungsvoll. Am Ende des Buches waren die beschriebenen Personen fast zum Greifen nahe und ihr Schicksal lässt kaum mehr los.

Im Nachwort lässt Experte für die Praxis Böckem schließlich, mit Dr. Henrik Jungaberle vom Institut für Medizinische Psychologie des Universitätsklinikums Heidelberg , noch einen theoretischen wissenschaftlichen Experten zu Wort kommen. Dieser plädiert für den Rausch, für ein Umdenken im Umgang mit Drogen. Weg von deren Dämonisierung, hin zum integrierten Substanzkonsum.

Wer sich ein umfassendes, klares Bild von Sucht und Drogenkonsum machen möchte und gleichzeitig eine mitreißende Lektüre sucht, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen.

Meine Bewertung :



ISBN: 3442154448
Goldmann Wilhelm GmbH
Juni 2007 - kartoniert - 319 Seiten
Originaltitel: “Danach war alles anders” Suchtgeschichten

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Autorenportrait Philippe Claudel

Verfasst von Esther am August 21

Philippe Claudel wurde 1962 in Dombasle-sur-Meurthe, Lothringen geboren.

Der Durchbruch als Schriftsteller gelang ihm 2003, mit der großen Sensation des französischen Buchherbstes, seinem Buch Die grauen Seelen.
Philippe wird als universaler Regionalist eingestuft, das heißt er geht von der Einbindung in seine Ursprünge (Lothringen/Lorraine) aus. Er schreibt „für die Seelen des Nordens“, gekennzeichnet von der Geschichte, der Industrie, der Arbeitslosigkeit. Er war das Kind einfacher Leute „Proletarier“ und geht weiterhin ins einfache „Bistro“ an der Ecke. Er liebt die Poesie, von den Autoren werden Giono und Simenon genannt. Auch die Malerei.
Er studierte Französisch, hätte aber auch professioneller Alpinist werden können. Anschließend gab er 11 Jahre lang Unterricht in einem Gefängnis (über diese Zeit schrieb er auch das Buch Le bruit des trousseaux, das leider nicht in Deutschland veröffentlicht wurde). Nach dieser Zeit lehrte er wieder Französisch, nun für Behinderte, gleichzeitig auch teilweise Unterricht an der UNI von Nancy.

mehr zu Philipppe Claudel auf meiner Seite www.philippe-claudel.de

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Suchtgeschichten

Verfasst von Esther am August 16


Jetzt also stecke ich wieder mitten drin, in den “Suchtgeschichten”.
Nein, keine Angst ich habe keinen Rückfall erlitten und mich zugedröhnt, sondern lese derzeit ein Buch mit selbigem Namen : Jörg Böckem - “Danach war alles anders” - Suchtgeschichten. Obwohl ich beim Lesen schon mal so kleine Flashbacks zu spüren glaubte… :mrgreen: Sehr ergreifende (Alltags-) Geschichten aus den Weiten des Drogenlandes. Böckem hat sie zusammengetragen und sehr authentisch festgehalten. Tja, das Buch ist ja schon ein kleines Stückchen Therapie… näheres in der Leserunde des Büchertreffs in dem ich als User “Schoenchen” zu finden bin, oder am Ende der Lektüre.

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Diana Norman - Die Brautgabe

Verfasst von Esther am August 14

Diesmal nur eine Kurzrezension:

Über die Autorin:

Diana Norman, in Devon geboren, begann ihre schriftstellerische Karriere beim »Daily Herald« als jüngste Reporterin der Fleet Street, war später als freiberufliche Journalistin tätig und hat eine Reihe von historischen Romanen veröffentlicht.

Kurzbeschreibung:

England im 12. Jahrhundert: Eine Frau kämpft um ihre Unabhängigkeit in einer Zeit aufflammender Unruhen und erbitterter Kämpfe zwischen den Feudalherren. Matilda de Risle, die normannische Erbin, wird zum Unterpfand im Spiel um Macht und Reichtum. Gegen ihren Willen mit dem Angelsachsen Sigward verheiratet, ist Matilda entschlossen, in der Ehe nicht die Unterlegene zu sein. Seine Brautgabe an sie wird einst ihre Rettung sein: Eine abgelegene Insel in den ostenglischen Fens. Als das Heer des Thronanwärters Stephen von Blois eine Spur von Gewalt und Zerstörung durch England zieht, flüchtet sich Matilda nach dem Tod ihres Mannes mit ihrem Sohn in den scheinbar sicheren Hafen. Ein dramatisches Schicksal wartet auf sie: Gefahr, Tod, Intrigen und die Liebe.

Meine Meinung:

Leider hat mich dieser Roman von Diana Norman nicht überzeugt. Die, zugegeben schon vorhandene, historische Authentizität des Romans war mir zu trocken und beschwerlich zu lesen, beinahe wie ein Geschichtsbuch. Zu viele Matildas, zu viel Politik und Intrigen, zu wenig zu den Protagonisten und ihrem Innenleben und ihren Gedanken. Auch der Schreibstil von Norman hat in diesen Roman irgendwie nicht recht gepasst. ich konnte mich nie in die Person Matilda versetzen, denn Norman lässt den Erzähler blumige Beschreibungen, beispielsweise der Umgebung, abgeben, die Matilda allerdings nicht wahrnimmt und an einer anderen Stelle und Perspektive agiert. So widersprechen sich in dem Roman Erzähler und Protagonist, was eine Identifikation mit den Figuren erschwert und den Lesegenuss schmälert. Die Idee und die Story an sich sind gut, allerdings nicht nach meinem Geschmack ausgearbeitet.

Meine Bewertung:

Taschenbuch: 351 Seiten
Verlag: Dtv (August 199 8)
ISBN-10:3423201460
ISBN-13: 978-3423201469

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Memento

Verfasst von Esther am August 13

Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang,
Nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.
Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?

 

Allein im Nebel tast ich todentlang
Und laß mich willig in das Dunkel treiben.
Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.

 

Der weiß es wohl, dem gleiches widerfuhr;
- Und die es trugen, mögen mir vergeben.
Bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur,
Doch mit dem Tod der andern muß man leben.

Mascha Kaléko (1907-1975)

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50 Jahre ohne Leo Perutz

Verfasst von Esther am August 13

Am 27.08.2007 ist Leo Perutz seit 50 Jahren tot. Da er zu meinen liebsten Schriftstellern zählt, möchte ich an dieser Stelle mal wieder eifrig an alle Leser und Liebhaber von ungewöhnlicher, bezaubernder und fesselnder Literatur appellieren ( wieder einmal) ein Buch von ihm zu lesen…

Der DTV - Verlag hat anlässlich seines Todestages ein kleines lesenswertes Spezial auf seiner Webseite zum Thema veröffentlicht mit einer anschaulichen Liste von Publikationen. Es lohnt sich reinzuschauen und vor allem auch zu lesen!

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