Was ist trauriger als das Bewußtwerden der Vergänglichkeit?

Brigitte Giraud offenbart uns Lesern in dieser wahren Geschichte einen sehr intimen Einblick in die Trauerarbeit um den Verlust eines geliebten Menschen.

Das Buch beginnt mit dem Einschnitt. Die Erzählerin berichtet von dem Tod ihres Mannes Claude der gerade gestorben ist. Sie erzählt nüchtern vom Unfallhergang, von der Unwirklichkeit dieser Geschehnisse, von Irritation und ihrer inneren Taubheit und von kleinen wichtigen Nichtigkeiten, die die Erzählerin aufrecht erhalten, wie ein Pulli, oder die Plattensammlung des Geliebten.
Und beim Lesen spürt man das so genau die Gefühle in diesem Moment eben sind. Die Geschichte ist keine Fiktion, dieses Grauen dringt als Erkenntnis in den Leser, der die Emotionen mit durchlebt, dem ebenso wenig entkommt wie die Protagonistin selbst.

Brigitte Giraud schreibt nüchtern und sachlich, was einen umso mehr anzurühren vermag, als ewig lange Jammertiraden. Lange warten wir mit der Erzählerin auf den durchbruch des Schmerzes und der Trauer, sie lange verdeckt sind durch Organisation von Beerdigung und Empfang von Freunden.

Zum Schluß ist man aufgewühlt und unangenehm berührt von Schmerz und Trauer und der Erkenntnis, dass alles im Fluß ist und vergänglich. Diese verdrängten Tatsachen berühren uns durch Girauds Worte und mahnen uns das eine Leben zu genießen. Keine leichte Lektüre für Zwischendurch, aber einprägsam.

Meine Bewertung:

ISBN: 3596156300
Übersetzt von Anne L. Braun
Fischer Taschenbuch Vlg.
Juni 2003
kartoniert
111 Seiten 

Und weiter geht es mit Salomes Büchern! Im Urlaub habe ich allerhand gelesen, was ich Euch, meinen lieben Lesern, nicht vorenthalten möchte. Die Rezensionen folgen in Kürze!

Wünsche uns allen einen schönen Sommer weiterhin (oder wieder?)

Eure Salome

Ein ganz nettes Büchlein, …

… das Onyxe da geschrieben hat. Allerdings auch kein unvergessliches Leseerlebnis. Dazu fehlte doch eine Menge.

Zum Inhalt:
Auf einem Ball lernt die einsame Celine Pete kennen, dessen Eleganz sie nachhaltig beeindruckt. Spontan nimmt sie seine Einladung an, ihn zu seiner Villa zu begleiten – doch die “Wildrosenvilla” entpuppt sich als ein Edelbordell der Luxusklasse. Gefangen im goldenen Käfig wird die schockierte Celine in die geheimen Regeln des Hauses eingeweiht. Obwohl die märchenhafte Empfänge, die erotischen Inszenierungen und dargebotenen sinnliche Verlockungen sie nicht kalt lassen, weigert sich Celine, den Regeln des Hauses zu folgen und den männlichen Kunden zur Verfügung zu stehen. Ihre Halsstarrigkeit hat regelmäßige Bestrafungen und Demütigungen durch Pete zur Folge. Celine verfällt Pete mit Haut und Haar, und es gelingt ihr, Pete, der eine Schwäche für sie zu haben scheint, gnädig zu stimmen. Er fordert jedoch ihre völlige Unterwerfung und Hingabe – wozu Celine nicht bereit ist …

Das klingt ja nach meinen bevorzugten Thematiken: Dominanz, Unterwerfung, Zähmung der Widerspenstigen, so dachte ich. Ich war dementsprechend auch sehr enttäuscht, dass der Funke in diesem Roman bei mir einfach nicht zünden wollte. Immer störte mich etwas, ich empfand es als hohl, leer, lustlos. Vielleicht kann ich auch irgendwie an der Anbahnung der Geschichte nichts erotisches finden. Da wird die Protagonistin nämlich gekidnappt, eingesperrt, gleich brutal mit Stöcken geschlagen, gedemütigt, zwangsprostituiert, ohne dass ein Hauch Erotik dabei ist. Diese entwickelt sich erst später… Auch hat sie keine Chance zu fliehen. Ich fand die Vorstellung so eingesperrt zu sein, in der Gewissheit nie wieder dort rauszukönnen abtörnend. Die erotische Spannung entwickelt sich bei dieser Art Spiel meiner Meinung nach, eher, wenn die Protagonistin theoretisch jederzeit gehen kann, es aber praktisch nicht schafft, weil sie hörig und geil ist.

So empfand ich denn den ganzen Roman als brutal und unerotisch, wenn auch sonst sehr nett und glatt geschrieben. Daran konnte dann auch das etwas unglaubwürdige Super-Happy-End nicht mehr ändern.

Meine Bewertung:

ISBN: 3938281308
Plaisir d'Amour Verlag
Mai 2007 
kartoniert
184 Seiten

Sympathisches, humorvolles Handbuch zum Thema Sadomasochismus

Was wir schon immer zum Thema wissen wollten, finden wir zum großen Teil hier in diesem Buch. Zumindest die technische, praktische Seite ist gut abgedeckt. Es finden sich haufenweise Adressen, Anlaufstellen und Ratschläge rund um das Thema BDSM. Abgerundet wird das Gesamtbild des Buchs durch viele Erfahrungsberichte, beispielsweise zum Coming-out, Regeln auf SM – Parties und professionellem SM.

Die Wahl der Qual ist kein Buch zum Schmökern, es gibt keine spannenden Einzelschicksale, oder lüsterne Geschichtchen (schade eigentlich ;) ), es ist ein Sachbuch und streckenweise vielleicht ein bisschen zu trocken.

Allerdings wie gesagt ein informatives Buch für Anfänger und Neugierige.

Meine Bewertung:

 rororo Taschenbücher 
344 Seiten  
Erschienen: August 2004   
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag  Aus der Reihe: Sachbuch  Autor(en): Passig, Kathrin / Strübel, Ira
ISBN-10: 3499616920
ISBN-13: 978-3499616921

Erstmal zu Ende gähnen….

… muss ich eben gerade noch, bevor ich mich an die Rezension dieser ermüdenden Autobiographie wage.

Erstmal zum Inhalt:

In “Das erste Mal und immer wieder” erzählt Lisa Moos intim, offen und detailliert von ihren Erfahrungen als Prostituierte: von Leidenschaft, Hemmungslosigkeit, sexuellen Obsessionen und Schattenseiten des Gewerbes – und warum sie die Hoffnung auf die große Liebe niemals aufgegeben hat.”Es ist ein medialer Tabubruch: Die ehemalige Prostituierte Lisa Moos spricht offen und detailliert über die Welt der käuflichen Liebe. Es ist ein schonungsloser Bericht über Gewalt, Liebe, Sex und eine Bestandsaufnahme der Situation der Huren in Deutschland.

Es freut mich sehr für Lisa Moos, dass sie sich ihre Sorgen, Ängste und Traumata ihrer Vergangenheit von der Seele schreiben durfte und damit auch noch Kohle verdient hat. Allerdings war es zum Lesen der reinste Horror an Langeweile. Die Geschichte von Frau Moos hat mir nichts enthüllt und mir keine imaginären Schleier der Verblendung von den Augen gerissen, sie war eben einfach eine Lebensgeschichte mit Höhen und Tiefen und einer nervigen Erzählerin (sie war mir einfach unsympathisch). Beim Lesen hab ich mich gefühlt wie bei Oma Erna bei Kaffee und Kuchen, die mir Geschichte aus dem zweiten Weltkrieg zum Besten gibt. Ja, ganz nett, aber man ist eben doch dann auch froh, wenn man wieder zuhause ist und seine Ruhe hat.

Gestört haben mich auch ein paar Dinge, die mir sehr unrealistisch, oder ersponnen erschienen. Besonders Lisa Moos SM – Anwandlungen und ihr Umgang mit den Kindern -scheußlich!!!

Nun ja, insgesamt ein Buch, das man nicht unbedingt gelesen haben muss.

Meine Bewertung:

ISBN: 3442154227
Goldmann Wilhelm
Januar 2007 
kartoniert 
272 Seiten
Autobiografische Schilderung einer Prostituierten.
Originaltitel: Das erste Mal und immer wieder. 

Geht`s noch heisser?


Schwer vorzustellen!

Inhalt laut Klappe:

Der Journalistin Anna ist nichts mehr zuwider als reiche Jet-Set-Machos, die mit dem goldenen Löffel im Mund geboren werden und vom ererbten Geld auf der Suche nach Sex und Partys um die Welt jetten. Regelmäßig lässt sie sich in ihrer Kolumne über diesen Männertypus aus. Ihr bevorzugtes Läster-Opfer heißt Aaron Vanderberg, Erbe einer Juwelier-Dynastie. Aaron ist berüchtigt für seine Verführungskünste, seine sexuelle Anziehungskraft und seine ausschweifenden Partys.
Aaron, dem Annas Kolumne schon lange ein Dorn im Auge ist, lockt Anna auf sein luxuriöses Anwesen, wo er sie Unterwerfung lehrt und in die Abgründe sexueller Lust führt …

Erotik definiert sicher jeder Mensch anders, keine Frage. Martinis Feuermohn hat zumindest meine persönlichen Fantasien und Sehnsüchte zu 100 % angesprochen. Ich war hin und weg von den schönen Szenarien, den mitreißenden Charakteren und nicht zu letzt von den von Martini wundervoll gezeichneten zauberhaften Kulissen des Romans. Jedes Detail ist bedacht und mit Liebe dargestellt.

Die Atmosphäre des Romans ist traumhaft und sicherlich nicht besonders realitätsnah, aber: Scheiß drauf! Es prickelt beim Lesen unentwegt und überall und dieses schöne Gefühl lässt einen das schnell vergessen und in den Sphären des Romans schweben. Nur eins ist an dem Buch wirklich schrecklich: Es ist irgendwann zu Ende!!!

Meine Bewertung:

ISBN: 3938281375
Plaisir d'Amour Verlag
Juni 2008 
gebunden 
184 Seiten

08/15…

…ist das, was mir zu diesem Roman spontan einfällt. Es ist gerade mal 1 Woche her, dass ich die Wikingerglut beendet habe und es fällt mir schon schwer mich an den Roman zu erinnern (was eindeutig nicht an meinem schlechten Gedächtnis liegt ;) ). Also lese ich mal wieder den Klappentext, um mir das Schreibwerk in Erinnerung zu rufen.

Die Irin Maline und ihr zukünftiger Gatte werden auf einer Schiffsreise von Wikingern angegriffen. Der Wikinger Galdur, der allen Iren Rache geschworen hat, verschleppt Maline als seine Gefangene und Sklavin. Maline ist jedoch nicht gewillt, sich dem Barbaren hinzugeben. Ein leidenschaftlicher Kampf entbrennt …

Joa, okay… Ich erinnere mich dunkel. Maline ist eine Irin; der Wikinger Galdur hasst Iren, weil sie seine Mutter einst geschändet haben und damit seine Familie zerstört haben. Der junge Galdur schwört Rache, will alle Iren vernichten. Auf einem irischen Schiff, dass von Galdur gekapert wird befindet sich nun eben die schöne, eigenwillige und widerspenstige Irin Maline. Der Wikinger nimmt sie als Sklavin, was die Dame naturgemäss wenig begeistert. Sie widersetzt sich permanent dem Willen ihres Herren und erregt damit seinen Unmut ebenso wie sein Gemächt. Es folgen einige Intrigen und nette Sexszenen. Teils geht es auch etwas härter zur Sache. Als SM – Roman kann man das Buch allerdings kaum bezeichnen. Eher würde ich das Buch als stinknormale Wikinger-Schmonzette mit etwas mehr Freizügigkeit als gewöhnlich beschreiben. Samara Fraser kann auch handwerklich nichts aus der schwachen Geschichte rausholen.

Ein eher schwaches bis mittelmäßiges Buch von dem, von mir geschätzten, Plaisir d’Amour Verlag.

Meine Bewertung:

ISBN: 3938281332
Plaisir d'Amour Verlag
Dezember  2007 
gebunden 
200 Seiten

Schönes Cover, schwacher Inhalt

Der Inhalt:

Russland im 18. Jahrhundert: Die adelige Sonja ist die einzige Hoffnung ihrer Familie – nur durch eine reiche Heirat Sonjas kann der finanzielle und gesellschaftliche Ruin aufgehalten werden. Als der reiche Fürst Baranow um Sonjas Hand anhält, ist ihre Familie begeistert. Sonja ist die Heirat mit dem grausamen Fürst jedoch zuwider. Auf der Reise zu Baranows Gut wird die Kutsche von rebellischen Kosaken überfallen und Sonja von ihnen entführt! Andrej, der wilde Anführer der Kosaken, beansprucht die schöne Beute für sich, und obwohl Sonja sich zuerst noch abweisend zeigt, schmilzt sie bald unter seinen Verführungsversuchen dahin …

Ein wirklich scheußlich langweiliges und ein für mich, trotz des wunderschönen Covers, unerotisches Buch war die Kosakensklavin. Als historisches Bild Russlands im 18. Jahrhundert völlig ungeeignet, aber das wäre auch nur eine schöne Beigabe in einem erotischen Roman gewesen. Wichtiger als das ist natürlich die Erotik. Wer hier auf einen Roman der härteren Gangart gehofft hat, liegt schon mal völlig daneben. Ein paar Gruppenvergnügungen und Herumreichen von Frauen unter den Kosaken, lesbischer Weichspülsex, zwei kleine Male die Verwendung einer Peitsche (aber gaaanz sachte) und eine sehr witzige Dominaszene, die mir dann auch als einzige gefallen hat, des Humors wegen.

Insgesamt aber klischeehaft, langweilig und unerotisch.

Meine Bewertung:

ISBN: 3938281359
Plaisir d'Amour Verlag
November  2007 - kartoniert - 203 Seiten

Ein SM – Märchen…

… aber was für eines! Dieses Buch ist definitiv nichts für Leute, die etwas gegen tagelang andauernde Dauererregung haben.

Zum Inhalt:

Das schüchterne Körpermodel Eileen verspürt nach einem Fotoshooting für ein SM-Magazin devote sexuelle Fantasien, ausleben kann sie ihre geheimen Wünsche allerdings nicht. Was sie nicht ahnt: Sie hat einen heimlichen Verehrer – den mysteriösen dominanten “Lord”, der ihre Fotos gesehen hat und sich in den Kopf gesetzt hat, Eileen zu seiner Lustsklavin zu machen und ihre Grenzen auszuloten. Einer Einladung des Lords folgend, reist Eileen – teils ängstlich, teils neugierig – mit der Tätowiererin Jenna zu seinem luxuriösen Landsitz. Dort wird sie bereits vom Lord und seinem attraktiven Diener Raven erwartet, und ihre Erziehung zur Sklavin beginnt …

Wie gesagt hat Nina Jansen ein SM – Märchen verfasst, aber eines das den Leser total in seinen Bann zieht. Würde ich ein Werbebuch für SM-Sex suchen, ich würde Bestrafe mich! als absolute Nr. 1 vorschlagen. Wer nach diesem Roman nicht sofort in den nächsten Fetish- Laden rennt, weiß nicht was heiß ist.

Der Roman ist sehr stilvoll, fast hochglanzpoliert, weichgezeichnet, wie ein schöner Traum, und dennoch ist die Lust zum Greifen nah, man schwebt in einer rosa Wolke aus Sex, Schmerzen und Orgasmen. Und diese erotische Spannung lässt 200 Seiten lang in keinster Weise nach. Ich musst mir selbst das Buch quasi aus der Hand reißen, um mich zu beruhigen.

Dabei hat Nina Jansen, trotz all den Orgien und geilen Sessions, auch noch ans Herz gedacht. Ja, ehrlich! Es war auch noch herzergreifend, manchmal wusste ich nicht mal mehr wo es mehr weh tut, oben, unten, mittig? …

Natürlich bekommt man in diesem Buch keinen realistischen Einblick in die Welt des SM, aber was für ein Traum!!!!

Meine Bewertung:

ISBN: 3938281367
Plaisir d'Amour Verlag
November  2007
kartoniert
192 Seiten

Auch ich war atemlos…

Dieser Roman von Laura Reese verlangt einem einiges ab. Vor allem ein hohes Maß an Toleranz und Offenheit gegenüber anderen, ungewöhnlicheren Formen der Lust. Und Spaß daran, sich in extreme Rollen zu versetzen. Angst vor deftiger, vulgärer Sprache ist ebenfalls hinderlich.
Wer diese Kriterien erfüllen kann, dem wird Außer Atem dann aber ein sehr spannendes, erotisches Lesevergnügen bereiten.

Zum Inhalt:

Carly Tyler ist eine Frau ohne Gedächtnis. Nach einem Überfall bleibt ihr die Erinnerung an ihr vergangenes Leben verschlossen. Doch als sie den Winzer James McGuane kennenlernt, spürt sie, daß er der Schlüssel zu ihrer verlorenen Vergangenheit ist. Sie läßt sich auf seinem Gut als Köchin anstellen, ohne zu ahnen, daß sich die gegenseitige Anziehung schon bald in Liebe verwandeln wird, in eine Leidenschaft, die mit allen Tabus bricht.

Laura Reese hat mit Außer Atem eine interessante Mischung aus Krimi und SM- Roman verfasst. Die Erotik ist wunderbar in der spannenden Rahmenhandlung verwoben, so dass sie einen automatisch wie ein Strudel mit sich reißt, ohne abzustoßen. So erscheinen selbst Spiele mit Klistieren und Kathetern als logische, natürliche Konsequenz der Geschichte. Erstaunlich wie eng Schmerz und Lust beieinander liegen können, dieser Roman hält es deutlich vor Augen.

Handwerklich wurde das Buch von Reese gut geschrieben, der Spannungsbogen wurde wunderbar eingehalten, natürlich kann man in dem Roman keine subtile Poesie erwarten. Eher harte, dunkele Leidenschaft in direkter, deutlicher Sprache, die einen an die eigenen Grenzen führt und darüber hinaus. So dass man doch des öfteren schauen muss, ob man das Atmen nicht vergessen hat…

Ein rundherum gelungenes Buch

Meine Bewertung:

ISBN: 3442447291
Übersetzt von Jutta-Maria Piechulek
Goldmann Wilhelm
Juni 2000 - kartoniert - 318 Seiten
Originaltitel: Panic Snap

Faszinierender Einblick in die dunkle Seite der Lust

Mal etwas gutes aus dem Hause U-Books. Ein Buch, dass einen gefangen nimmt, im wahrsten Sinne des Wortes.

Inhaltlich handelt der Roman von Clara und ihrem Coming-out als Submissive. Der Roman beginnt mit Claras erster Session mit dem ihr bis dato völlig unbekannten Dom Falk. Dort hin getrieben von der Fremden in ihr, in Clara, die sich nach Unterwerfung, Demütigung und Schmerzen sehnt.
Anfangs als zwei Persönlichkeiten im Hader noch streng getrennt findet Clara immer mehr zu der Fremden und schließlich werden sie eins, nicht zuletzt durch die Erziehung ihres Doms Eric, dessen Eigentum sie bald wird. Sie verlässt die Sicherheit ihres bisherigen Lebens als Hausfrau, um sich ihm völlig hinzugeben.

Ein paar kleine logische Fehler, Ungereimtheiten und offene Fragen in der Story kann man schon entdecken.
- Was trieb Clara in Falks Hotelzimmer? Ein klein wenig Vorgeschichte wäre interessant gewesen.
- Wie kommt der spießige, langweilige Ehemann so flux an den Kontakt zu Dom Eric? Warum gleich dieser krasse Schritt? Ohne Diskussionen, ohne weitere Worte?
Davon allerdings abgesehen findet man in die Gier der Fremden ein tolles Psychogramm einer
Devoten, mit Beschreibungen ihres Lebens und ihrer Lust die nichts auslassen und oft auch über die Grenze des Erträglichen gehen. Und doch geschieht es, dass einen die Szenen erregen, auch wenn man die Lust in diesen Abgründen und in diese Heftigkeit in der Realität ablehnen würde. Es wühlt einen beim Lesen schon sehr auf, man schwankt zwischen Abscheu und Lust. Zwischen Mitleid und voyeuristischer Geilheit.

Ein empfehlenswertes Buch für alle, die gerne die andere Seite der Erotik kennenlernen wollen und nicht vor deftigen Beschreibungen zurückschrecken.

Meine Bewertung:

ISBN: 3866080808
Ubooks GbR
April 2008 - kartoniert - 115 Seiten

Das Erstlingswerk von Daria Charon kann nicht recht überzeugen


Zumindest nicht nach der Lektüre ihres zweiten sehr gelungenem Roman “Die Nichte der Marquise”. Der Debütroman gleicht dann doch noch arg einem gewöhnlichen Nackenbeisser.

Zunächst einmal zum Inhalt:

Siebenbürgen, Ende des 17. Jahrhunderts: Ein Pakt verpflichtet das Städtchen Allershausen, den Herren der Wolfensburg alle 25 Jahre eine junge Frau zu übergeben. Doch dieses Mal verlangen die Wolfsmänner drei Frauen. Die Ratsherren schicken ihnen drei Dirnen. Als der Betrug auffliegt, fordern die Wolfsmänner wutentbrannt ihr Recht. Um ihre jüngere Schwester Samara zu schützen, geht Viola Brugger mit ihnen. Auf der Wolfensburg angekommen, wird sie in einen Strudel aus Hass, Leidenschaft und Begierde gerissen, in dessen Mittelpunkt der geheimnisvolle Mann mit der Maske steht, Kyrian Lupanescu, der Weiße Wolf …

Das klingt alles geiler als es eigentlich ist, die Idee ist zwar gut, aber die Handlung plätschert so leicht vor sich hin. Keine Highlights im Spannungsaufbau halten einen bei der Stange, keine erotischen Feuer, nichts. Eher im Gegenteil: langweilige, fade Protagonisten und vorhersehbarer Verlauf. Der Roman holpert auch, weil er einfach zu kurz ist, die Handlung hätte zum Spannungsaufbau 200-300 Seiten mehr gebraucht. So wird alles im Eilverfahren abgebügelt. Man lernt Protagonistin Viola nicht richtig kennen, ebensowenig wird Kyrian vorgestellt. Die ausbaufähige Geschichte mit der Hure Marie kommt gar nicht zum Zuge.

Fazit:

Trotz aller Mängel in dem Roman, gehe ich allerdings weiter von einer interessanten und entwicklungs- und steigerungsfähigen Autorin aus, gerade da der zweite Roman von Charon so gut gelungen ist . Ich hoffe einen furiosen dritten Roman und werde die Autorin im Auge behalten.

Meine Bewertung:

ISBN: 3404157605
Luebbe Verlagsgruppe
Oktober   2007 - kartoniert - 206 Seiten
'Bastei-Lübbe Taschenbücher'.

Welch angenehme Überraschung!


Daria Charons Die Nichte der Marquise ist ein historischer, erotischer Roman von überraschend hoher Qualität. Ich glaube ich habe das Buch in 36 Stunden ohne, oder mit wenigen, Pausen durchgelesen. Das ist bei mir schon eine Seltenheit.

Zunächst jedoch zum Inhalt:

In der französischen Provinz zur Zeit von Ludwig XIV lebt die Bauerstochter Marie in ärmlichen Verhältnissen. Das Mädchen träumt davon diesem kargen Leben zu entkommen. Bald ergibt sich eine Gelegenheit: Die schöne Marie wird von einer Kupplerin, der Marquise de Solange entdeckt und unter dem Vorwand eine Anstellung als Zimmermädchen zu bekommen nach Paris gelockt. Im Haus der Marquise wird Marie dann mit den wahren Plänen für ihre Zukunft konfrontiert. Sie soll als Gespielin für Herren in gehobene Adelskreisen vermittelt werden. Marie entscheidet sich für ein solches Leben, nie wieder will sie in die Armut zurück aus der sie gekommen ist.

Marie ist mit einer natürlichen erotischen Anziehungskraft ausgestattet und schafft es kurz nach ihrer Einführung in die Gesellschaft des Versailler Hofs die Gunst des Königs selbst zu erlangen. Sie wird seine Geliebte und träumt vom Aufstieg zur seiner ersten Mätresse, doch natürlich kommt es erstens anders und zweitens als sie denkt…

Ich bin von diesem Roman ehrlich gesagt begeistert. Zum einen hat Daria Charon einen sehr passablen historischen Roman geschrieben, zum anderen schafft sie es ein Feuerwerk an Erotik zu zünden. Die Temperaturskala der erotischen Handlung reicht von den kalten höfischen Orgien, über liebevolle Kuschelwärme, bis zu brennend heißem Sex. Einzig das Wort Fötzchen, das die Autorin gerne für das weibliche Geschlecht verwendet war gewöhnungsbedürftig.
Nichtsdestotrotz konnte ich meine Augen von diesem Buch einfach nicht mehr abwenden, nicht nur wegen der gelungenen Sexszenen, sondern auch wegen der Spannung in Maries Lebenslauf. Schnell hatte ich sie ins Herz geschlossen, ebenso Tristan, der später eine große Rolle in Maries Leben spielt. So war es denn eben auch nicht verwunderlich, dass das Schicksal der beiden mich gefesselt hat.
Eine tolle Schreibe sei Charon eindeutig zugestanden, sie versteht es den Leser bis zum Ende am Ball zu halten.

Eine sehr befriedigende Lektüre in jeder Beziehung! Toll! Das nächste Buch ist schon geordert… :mrgreen:
Meine Bewertung daher:

ISBN: 3404158229
Februar 2008 - kartoniert - 300 Seiten
Bastei - Lübbe Taschenbücher
6,95 €

Bei dem Buch ” Im Zauber der Verführung” handelt es sich um einen erotischen Liebesroman von der – Zitat Verlag – Meisterin erotischer Liebesromane. Das ist schon allerhand, die Meisterin. Die wollte ich dann doch kennenlernen und habe mir einen Roman der Autorin besorgt. Natürlich war ich auch ein bisschen spitz *g* und habe auf einen vergnüglichen Leseabend gehofft…

Der Inhalt laut Klappe:

Anne Aimes ist sechsunddreißig und hat alles, was ihr Herz begehrt. Nur auf eines musste sie bislang verzichten: die Liebe eines Mannes. Michel des Anges genießt einen Ruf als Liebhaber, der weiß, was Frauen wünschen. Doch mit Geld kann Anne weder den Reichtum leidenschaftlicher Nächte bezahlen noch Michels Herz erobern, das sich ihr öffnet, voller Hoffnung auf ein Glück jenseits der dunklen Schatten, die ihn verfolgen.

Der Anfang, sprich das Vorwort der Autorin war schon vielversprechend. Sie stellt sich als Autorin dar voll allerbester Intentionen. So ist ihr beispielsweise die Freiheit der weiblichen Sexualität ein Anliegen, ebenfalls widmet Robin Schone ihr Buch Organisationen, die sich gegen Genitalverstümmelung bei Frauen engagieren und Organisationen für Frauengesundheit…. Ebenfalls interessant ihr Bericht über die Recherchen zu ihrem Buch, bezüglich männlicher Prostitution Ende des 19. Jahrhunderts.

So weit, so gut.Jetzt kommen wir aber zum eigentlichen Roman:
Dieser beginnt sehr erotisch und anregend, erscheint auch sehr schön formuliert, der Stil ist ansprechend. Eine Jungfrau Mitte 30, reiche Erbin und ihr Lebtag einsam, beschließt einmal in ihrem Leben die Wonnen des Fickens Beischlafs zu erfahren. Hierfür wendet sie sich, da liquide genug, an den Mann schlechthin für solche Fälle, den berühmten Michel des Anges, seines Zeichens: Hengst. Natürlich hat Michel auch ein Geheimnis und schwebt in höchster Gefahr. Die Story ist relativ gut und spannend aufgebaut, auch bis zum Ende. Allerdings allerschlimmste Defizite entpuppen sich dann beim Weiterlesen im sprachlichen Bereich. Für mich eines der schlimmsten Fauxpas` in diesem Bereich ist die Wiederholung. 100 Mal : “Sie war nun mal eine alternde Jungfer”, 100 Mal “Sie spürte das Pochen zwischen ihren Beinen”, 100 Mal “der Mann würde ihn bald töten”….. Unerträglich! Einige andere nette Schlimmitäten:

- Die Protagonisten denken nur an Orgasmen, egal in welcher Situation, ob beim Sterben, oder beim Schlafen, während der Flucht vorm Feind etc…

- Michel des Anges ist der Oberhengst. Er kann jeder Frau 100 Orgasmen in einer Nacht verschaffen, kennt jede Spielweise – eine Offenbarung der Mann! Wo gibt es den? Hat jemand die Telefonnummer?

- Die Protagonisten wird lebendig begraben und vom Protagonisten befreit. Sie ist in völliger Panik, um sie zu beruhigen schiebt der Protagonist der Protagonistin erstmal eine Schokobanane in ihr Schatzkästchen… Na, wenn das nicht der Bringer ist. Also ich mach das in stressigen Situationen ja fast immer…

Fazit: Nette Story mit enormen sprachlichen Defiziten. Also wenn das die Meisterin ist bin ich die Göttin der erotischen Liebesromane…

Meine Bewertung:

ISBN: 3548266525
Übersetzt von Elisabeth Schulte-Randt
Ullstein Taschenbuchvlg.
Februar   2007 - kartoniert - 415 Seiten
Originaltitel: The Lover
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